Review

In Nobody (2021) lernen wir Hutch Mansell (Bob Odenkirk) kennen – den Inbegriff des unscheinbaren Familienvaters. Er lebt ein routiniertes, langweiliges Leben: Arbeit, Heimweg, Ehekrise, immer dieselbe Busroute. Als jedoch eines Nachts Einbrecher in sein Haus eindringen und Hutch nicht eingreift, beginnt eine Kette von Ereignissen, die seine Vergangenheit ans Licht zerrt. Denn Hutch war früher ein knallharter Auftragskiller für Regierungseinheiten – einer, der nur aufhörte, als er das Töten nicht mehr ertragen konnte. Jetzt aber ist der Damm gebrochen. Ein simpler Vorfall bringt ihn mit einem brutalen russischen Kartell in Konflikt, und Hutch lässt wieder die Fäuste – und Waffen – sprechen.

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Meine Meinung


Auf den ersten Blick wirkt Nobody fast wie eine leichte John-Wick-Kopie: Typ mit ruhigem Leben, kriminelle Vergangenheit, Eskalation durch eine Kleinigkeit, anschließend eine Gewaltorgie. Doch schnell wird klar: Nobody ist kein bloßer Abklatsch, sondern ein eigenständiger, clever inszenierter Actionfilm, der sich durch Humor, Menschlichkeit und Selbstironie deutlich abhebt.

Bob Odenkirk als Hutch ist eine Wucht – völlig gegen den Typ gecastet, aber genau das macht ihn so glaubwürdig. Sein Nerd-Charme, die zurückhaltende Wut und die überraschend brutalen Ausbrüche geben der Figur eine ganz eigene Note. Hutch ist kein Superheld, sondern ein authentisch wirkender Kerl, der einfach nur seine Ruhe will – bis er sie sich nehmen muss.

Die Action ist hart, direkt, gut choreografiert und erfreulich „handgemacht“. Nichts wirkt überstilisiert, nichts ist zu sauber. Besonders erwähnenswert ist dabei auch die Balance aus düsteren Momenten und schwarzem Humor, die dem Film einen ganz eigenen Ton verleiht.

Und dann kommt noch ein richtiger Überraschungsgast:

> Christopher Lloyd – bekannt als verrückter Doc Brown aus Zurück in die Zukunft – spielt Hutchs Vater. Und was soll man sagen? Der Mann hat sichtlich Spaß an seiner Rolle. In mehreren Szenen darf er mit Schrotflinte, Sauerstoffgerät und einem fiesen Grinsen durch Gegnerreihen pflügen – ein unerwartetes, aber herrlich schräges Highlight, das den Film noch unterhaltsamer macht.

Überhaupt: Die Figuren sind stimmig besetzt, die Gegner schön hassenswert, die Nebencharaktere charmant-skurril, ohne albern zu wirken.

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Fazit


Nobody ist wie ein John Wick mit Augenzwinkern – brutal, temporeich und dabei erstaunlich sympathisch. Der Film liefert coole Action, schrägen Humor und eine starke Hauptfigur, die man ihm anfangs gar nicht zugetraut hätte. Besonders schön ist die unerwartete Rückkehr von Christopher Lloyd, der seinem Alter zum Trotz nochmal ordentlich mitmischt.

Ein echter Geheimtipp für Actionfans, die auch was für leicht absurden, aber herzlichen Humor übrig haben.

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