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Die Krankenschwester Romina staunt nicht schlecht, als sie von ihrer Schicht heimkommt und in ihrer Küche den Fremden Chris vorfindet, der dort ihren bewusstlosen und gefesselten Vermieter Alan malträtiert, welchen er für den Vergewaltiger seiner kleinen Tochter hält. Da Chris offenbar nicht akzeptieren kann, dass Alan - der nach wie vor seine Unschuld beteuert - vor Gericht davongekommen ist, hat er nun vor, doch noch ein Geständnis aus ihm herauszufoltern. Nachdem er ordentlich Prügel mit einem Hammer eingesteckt hat, gelingt es Alan zwar, einen vermeintlichen Hilferuf per Handy abzusetzen, doch die maskierte Biker-Gang, die kurz darauf auftaucht und in Rominas Haus eindringt hat nicht vor ihn zu befreien, sondern will einfach nur alle Anwesenden endgültig beseitigen... Dem Regie-Duo Gabriel Carrer und Reese Eveneshen gelingt es mit seinem "Vicious - Nacht der Gewalt" keinesfalls, das leidige Terrorfilm-Sujet seit den Urzeiten von "Last House on the Left" und "Ketten-Sägen-Massaker" mal wieder zu einem längst überfälligen Höhepunkt zu führen, denn rein handlungsmäßig ist das alles viel zu abgegriffen und unglaubwürdig geraten und dann in der filmischen Umsetzung als schäbiger C-Film mal auch echt zu billig. Zwar lässt sich der Streifen da zunächst noch als vermeintlicher Schuld-und-Sühne-Folterporno an, doch mittendrin kippt das Ganze spontan in Richtung Home Invasion-Thriller, wenn da die maskierte Bagage die Bude stürmt und ordentlich Rambazamba veranstaltet. Doch oh je, die Spannung bleibt auch da gänzlich auf der Strecke, die Logik sowieso... und so kommt es wie es halt immer kommt und es zählen nur noch die sudeligen Splatter-Effekte, die in Art und Anlegung Erinnerungen an solche alten Brutalo-Schoten wie "Game of Survival" oder "Du sollst nicht töten - außer..." wecken, aber ohne jemals auch nur ansatzweise deren Charme zu erreichen. Immerhin: Der deutsche Titel-Zusatz trifft den Nagel mal genau auf den Kopf und wem es wirklich nur um Blut und Gewalt und sonst nix geht, der wird hier gut bedient... und dieser Zielgruppe dürfte es auch vollkommen egal sein, dass sich Carrer und Eveneshen mal wirklich gar keinen Kopp um die Hintergründe ihrer Geschichte gemacht haben oder halt darum, ob das alles auch nur im Ansatz irgendwie zusammenpasst. Nö, im Gegenteil, in den Details gestaltet sich das alles fast schon frotzelig sinnlos und sämtliche Fragen, die der Zuschauer beim Ansehen da so haben könnte (Wieso schlägt der olle Chris mit seiner Geisel in der Küche einer Fremden auf? Wieso hilft diese ihm dann auch noch bei seinem Vorhaben? Und wieso ruft trotz bevölkerter Straßen am Halloween-Abend und lauten Schüssen und Schreien nicht mal irgendjemand die Polizei? Und was soll der ganze Bullshit überhaupt?!?) bleiben konsequent unbeantwortet. So rein handwerklich und aus Gorebauern-Sicht betrachtet könnte man bei "Vicious - Nacht der Gewalt" ja eventuell noch das eine oder andere Auge (mit dem Hammer!) zudrücken und auch die schlechten Schauspieler akzeptieren, aber die fast schon als dreist zu bezeichnende Art und Weise, auf die das alles so gänzlich blöde und inhaltsleer daherkommt, kann einen echt die nächste Palme hochtreiben... eigentlich müsste man da sogar noch niedriger werten, ihre Punkte verdient sich die Chose da allenfalls noch im direkten Vergleich mit der bisweilen in jeder Beziehung noch indiskutableren Konkurenz aus derselben Sparte. Dennoch: Ein vergessenswertes Machwerk, mehr nicht.

4/10

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