Das Eminem der erfolgreichste weishäutige Rapper aller Zeiten sein dürfte, ist hinlänglich bekannt. Vor ihm traute sich eigentlich kaum ein "Weißer" an das schwarze Musik-Genre. Das sein Weg bis zu diesem Erfolg ein recht steiniger war, zeigte er den interessierten Zuschauern schon in dem, an sein Leben angelehnten, Film "8 Mile"! Doch wie alles im Showbusiness, so ist natürlich auch er nicht vor Verarschungen und Persiflagen, an seiner Person und seinem Lebensstil, geschützt. Und somit kam nun mit "Malibu's most Wanted" die indirekte Veräppelung auf all das, was es heißt als "Weißer" einen auf "Schwarzer" zu machen. Leider ist das Endergebnis aber weder "liebevoll verarschend" noch bissig oder innovativ, sondern einfach nur langweilig und in seinen Klischees badend.
Dabei hätte es von Storywegen her durchaus was werden können. Wie schon beim richtigen Film "8 Mile", so geht es auch in der Satire "Malibu's Most Wanted" um einen weißhäutigen Musiker, der den Rap und die Kultur der Dunkelhäutigen für sich entdeckt hat. Dies sieht sein Vater, ein hochrangiger Politiker, allerdings gar nicht gerne und lässt seinen Sohn deshalb von zwei schwarzen Schauspielern entführen, die ihn wieder auf den "richtigen Weg für Weiße" bringen sollen. Doch das erweißt sich schwieriger als erwartet. Ja, die Geschichte hat durchaus Potenzial für eine schöne Verarsche der jeweiligen Lebenskulturen von Schwarz und Weiß und dem Hochnehmen des unterschiedlichsten Klischeedenkens auf beiden Seiten. Leider verstrickt sich die Handlung aber immer wieder in seinen Klischees selbst und bringt diese deshalb nicht wirklich satirisch rüber, sondern badet sich (wenn auch unbeabsichtigt) eher darin. Somit geht die Satire flöten und es wird nicht mehr als eine halbgare Klamotte daraus.
Auch die Figuren und ihre jeweiligen Gags wollen kaum funktionieren. Zwar gibt es schon einige köstliche Dialoge, z. Bsp. die Szene in der sich zwei Rapper auf herrlich naive Art und Weise gegenseitig beleidigen ("Deine Mutter ist so arm, dass sogar deine Titten echt sind") oder auch "Besitzt du eine Playstation 2?" - "Ich hab nen GameCast!" - "Ich kenne nur GameCube und DreamCast, welche hast du den nun?" - "Ähm..., Nein, ich habe den DreamCast, Basta!", und auch einige Jokes sind nicht schlecht (Hier sein vor allem die schrägen Träume von Brad erwähnt), doch meistens will es einfach nicht funktionieren. Vieles ist entweder viel zu lang gezogen oder zieht sich durch ein Klischee nach dem anderen, ohne es auch nur im Ansatz durch den Kakao zu ziehen. Schmunzeln kann man zwar meist, aber wirklich Lachen ist nur selten drin. Und die Figuren bleiben einem größtenteils recht unsympathisch in Erinnerung, vor allem Hauptfigur Brad nervt nach einiger Zeit aufs Übelste. Da hätte wirklich mehr kommen können.
Darstellermäßig ist dafür soweit aber alles im grünen Bereich. Jamie Kennedy macht seinen Part, des Eminem-Verschnitt Brad, ganz überzeugend und holt aus seiner Figur einiges heraus, was man bei einem anderen Darsteller vielleicht vermisst hätte. Taye Diggs und Anthony Anderson sind auch nicht gerade zu verachten und Snoop Dogg legt (in einem (Alp-)Traum von Brad) ein wirklich schrägen Synchronisationspart, einer sprechenden Ratte, hin. In Sachen Cast gibt es also noch am wenigsten zu meckern!
Fazit: Nicht wirklich gelungene Clash-Persilflage auf Eminem & Co, der es vor allem an intelligenten und bissigen Witzen fehlt und es nicht schafft, die Klischees von beiden Seiten durch den Kakao zu ziehen, sondern eher in ihnen hängen bleibt. Zwar kann über das Meiste schon schmunzeln und auch Kennedys Performance kann viel wieder herausreißen, doch zu einem "Durchschnittlich" reicht es dennoch nicht so ganz.
Eine gute Idee, die leider nur unzureichend ausgeschöpft wurde. Schade!
Wertung: 4,5/10 Punkte