Dass die Actionfilme der 80’er Jahre etwas Besonderes an sich hatten, sollte allseits bekannt sein und wurde von mir auch schon in den entsprechenden Reviews ausführlich beschrieben. Diese Blütezeit war es auch, in der Chuck Norris-Filme Mainstream-Blockbuster waren. „Cusack – Der Schweigsame“ ist wohl der Film, der am ehesten dem Mainstream zuzuordnen ist, denn er ist meilenweit entfernt von den völlig hirnlosen Gewaltepen, die über nahezu kein Drehbuch verfügten, wie z.B. „Invasion USA“. Stattdessen bekommt der geneigte Actionfreund hier einen Standard-Copthriller zu sehen, der mit verhältnismäßig wenig Action und verhältnismäßig viel Story auskommt (also nur für Norris-Verhältnisse).
Alles an dem Film schreit dem Zuschauer „80’er Jahre“ entgegen: Der Synthie-Soundtrack wirkt sofort vertraut, die Klamotten ebenfalls, ebenso wie die recht raue Gangart in den Actionszenen. Chuck Norris macht seine Sache recht gut. Obwohl er mehr Dialoge hat, als in vielen anderen Filmen, überzeugt er dabei ebenso, wie in den physisch fordernden Actionszenen. Zwar entspricht seine Darstellung des schweigsamen Cops dem entsprechenden Klischee, doch das gehört ja auch irgendwie dazu und macht einen nicht unbeträchtlichen Charme des Filmes aus. Dennis Farina ist als Cusacks Partner in einer frühen Rolle zu sehen und macht seine Sache ganz ordentlich, aber unspektakulär. Es sind zwar weiterhin noch einige Gesichter zu sehen, die man aus ähnlichen Filmen dieses Jahrgangs vom Sehen her kennt, doch „Cusack – Der Schweigsame“ ist eindeutig eine Chuck Norris-Show, ganz zugeschnitten auf den charmanten Vollbartträger. Die Gegenspieler (inkl. „Endgegner“) sind so schnell aus dem Gedächtnis der Zuschauer verschwunden, wie sie auf dem Bildschirm den Löffel abgeben. Typisch „Schergen“ eben.
Im Gegensatz zu Joseph Zito, der mit „Invasion USA“ und „Missing in Action“ seine Karrierehöhepunkte verbuchen konnte, stand Andrew Davis bei „Cusack – Der Schweigsame“ noch am Beginn seiner Karriere, die ihren Höhepunkt wohl in dem Thriller „Auf der Flucht“ erreichte. Man erkennt auf jeden Fall Davis’ Potenzial, denn er schafft es aus einem wortkargen Actionhelden und einem ziemlich unoriginellen Drehbuch einen spannenden Film mit einigen bemerkenswerten Szenen (z.B. der Sprung von einer Straßenbahn in einen Fluß, der wie eine „kleine Variante“ der bekannten Damm-Szene mit Harrison Ford in „Auf der Flucht“ wirkt) zu inszenieren. Insgesamt wirkt der Film grundsolide und dürfte damals wie heute den geneigten Actionfan gut unterhalten.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass „Cusack – Der Schweigsame“ wohl am besten geeignet ist als Einstieg in das „Werk“ von Chuck Norris. Wem der Mime schon in diesem Film zu schlecht und zu ausdruckslos schauspielert, der sollte einen weiten Bogen um die anderen Filme Chucks machen. Fest steht auch: In keinem anderen Film mit Norris gab es ein so ausführliches Drehbuch und das ist doch schon mal eine Aussage!
Fazit:
7 / 10