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Zwei Gangsterclans starten einen blutigen Krieg gegeneinander. Dem harten Cop Cusack gelingt es, die einzige noch lebende Familienangehörige der inzwischen getöteten Verbrecherfamilie zu finden. Sie hat mit den Machenschaften ihres Vaters nicht zu tun, was den gegnerischen Clan jedoch nicht interessiert. Dieser wird von Luiz geführt und ihr Ziel ist es, auch noch die noch lebende Tochter zu töten, doch dafür müssen sie erst Mal an sie ran, und Cusack versteht sein Geschäft.

Es ist doch immer wieder lustig, wie deutsche Publisher sich eine Tagline für ihre Filme basteln. Hier wird aus Code of Silence mal eben auf schlechtdeutsch Cusack der Schweigsame gemacht, obwohl der gute Chuck hier sogar mehr quasselt als sonst üblich. Inhaltlich gab man sich deutlich gemäßigter, als bei den fast zeitgleichen Braddock und Invasion USA Orgien, was aber wohl hauptsächlich daran lag, das die Cannon Group nicht an der Produktion beteiligt war.
Die Mischung aus Actionkrimi und Mafiathriller gibt sich erstaunlich geerdet. Norris darf zwar seine Paraderolle als einsamer Streiter für die Gerechtigkeit und harter aber Gerechter Cop in Chicago geben, aber es fällt schon auf das man auch auf seine Martial Arts Fähigkeiten, bis auf einer Barkeilerei, weitgehend verzichtete. Die Story ist sehr routiniert, die übliche Hatz nach einem Drogenboss, bietet aber auch Abwechslung, wenn sich Cusack (zurecht, wie sich herausstellen wird) mit einem älteren Kollegen anlegt und so sogar die Unterstützung seiner Cop Kollegen im Showdown verliert, aber braucht die schon, wenn man eine Ein Mann Armee plus Polizeiroboter mit Zwillings Maschinengewehr am Start hat. Alles andere wär doch nur Staffage.
Im Grunde wird alles geboten, was so ein Cop Thriller braucht. Blutige Shootouts, das zu rettende Mädchen (und Gott sei Dank ohne Love Story), Verfolgungsjagden auf Zugdächern und im Auto, das ist alles dabei. Die ganz harten Norris Fans könnten allerdings aufgrund der begrenzten Handkantenschwingerei ein wenig mäkeln, denn Cusack ist doch eher kugelfixiert, was besonders im Showdown auffällt, in dem er zusammen mit seinem Blechkumpel dutzende Thugs umnietet, aber nicht mal eine einzige Ohrfeige austeilt.
Das ist alles soweit ordentlich gemacht. Die Shootouts strahlen die sympathische Härte der 80er aus, Henry Silva gibt den immer wieder gern gesehenen Oberfiesling mit Charisma und Chuck den Einzelgänger, der die ganze Unterwelt entvölkert. Im Vergleich zu dem was Norris im neuen Jahrtausend filmisch so rausgebracht hat, ist Cusack jedenfalls eine nette Erinnerung an gute alte Zeiten.
7/10

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