Neben Fred Williamsons Chicago Cop - The Big Score (1983) mindestens eines von zwei Drehbüchern, die ursprünglich für die Dirty Harry geplant waren, wie aber bspw. auch McQuade, der Wolf (1983) von Clint Eastwood abgelehnt; wobei gerade Williamson von gleich mehreren vorhandenen Skripten spricht, während die Identität eben nur bei diesen beiden Werken nach übereinstimmenden Angaben am bestehen ist. Für Norris selber war die Absage des ehedem geplanten Stars der Weg mit in den Ruhm, Cusack - Der Schweigsame gilt als einer seiner besten Studiofilme und ist nach Missing in Action (1984) und vor Invasion U.S.A. (1985) auch mit einer der erfolgreichsten Arbeiten und der Höhepunkt seiner Laufbahn, Norris in dem Jahr auf Platz #7 der Quigley Liste der Money Making Movie Stars Poll, die Jahre zuvor (ab 1981) jeweils in den Top 20; etwas, dass auch entscheidend seinem Regisseur Andrew Davis zugeschrieben wird, der sich anders als bspw. ein Steve Carver oder Joseph Zito noch folgend bewiesen hat und immer größere Produktionen zugeschanzt bekam und diese meisterte, sich aus dem B-Picture Sumpf heraushob:
Im Uptown von Chicago führt Sergeant Eddie Cusack [ Chuck Norris ] im Auftrag von Commander Kates [ Bert Remsen ] eine Razzia an, um kolumbianische Kokainhändler unter der Führung von Luis Comacho [ Henry Silva ] zu fassen. Der Plan wird gekreuzt, als Bewaffnete als Maler verkleidet, angeführt vom Mafioso "Crazy" Tony Luna [ Mike Genovese ] den Austausch überfallen. Mehrere Kolumbianer werden getötet, Cusacks Partner Dorato [ Dennis Farina ] wird verletzt und zwei von Lunas Männern sterben. Mitten im Chaos tötet der alternde Polizist Cragie [ Ralph Foody ] einen unbewaffneten Passanten und legt eine Waffe zur Vortäuschung von Notwehr dabei. Unterdessen wird die Familie des Mafiabosses von der rivalisierenden Bande getötet, mit Ausnahme seiner Tochter Diana [ Molly Hagan ]. Cusack arbeitet trotz seiner Isolation durch seine Abteilung und trotz auch des weitgehend untätigen, da unerfahrenen und verängstigten Neulings Detective Nick Kopalas [ Joe Guzaldo ] daran, Diana zu schützen und die Kriminellen vor Gericht zu bringen.
Die Örtlichkeit wird dabei verändert, weg von San Francisco, hin in eine andere Metropole, die Kriminalität gleichsam blühend, die Polizei ebenso viel zu tun, ein Kampf gegen das Unmögliche, ein ständiges Bemühen um Schadensbegrenzung, um Freund und Helfer für die Bevölkerung da draußen, um das Leisten des Amtseides, um Alltägliches, tagein, tagaus. Eine Undercoveroperation hier anstehend, sprichwörtlich den Müll beseitigen, in einer ärmeren Gegend auch, eine großangelegte Mission. Eine Razzia in Tarnung geplant, ein Geschäftsdeal initiiert, die Observation steht, lang genug hat man auf den Startschuss gewartet, ein 'piekfeines' Gebiet auch, voll mit Unrat und anderem Schmutz. Etwas kommt dazwischen auch, eine andere Partei spielt mit, mischt sich ein und stört die Polizeieinheit, ein Angriff von Gegenüber, mit Maschinenpistolen bestückt, ein Sturmangriff ein Haus weiter, der Vorteil der Überraschung, der Vorteil der besseren Bewaffnung, Geld und Drogen einkassiert, doppelter Gewinn, doppeltes Glück. Ein Massaker in der Wohnung, die Gesetzeshüter auf verlorenen Posten, das Nachsehen, dazu ein irrtümlicher Toter, ein Fiasko, das gesamte Geschehen. Der Kampf gegen das Verbrechen ist auch der Kampf gegen das System und damit die eigenen Leute teilweise, nur einem Bruchteil ist zu Trauen, der Rest versucht genauso zu Überleben und hat genauso Dreck am Stecken.
Norris hält sich hier erst zurück, er spielt aus dem Hintergrund heraus, die Gefahr ist im Anmarsch, mafiöse Strukturen am Florieren, die ganze Stadt ist aufgelöst. Reaktionär ist zuweilen die Arbeit der Polizisten, rassistisch eingestellt, es fallen Beleidigungen, 9 Tote für 600 Arbeitsstunden, zudem ist ein Krieg unter den Gangstern angesagt, der noch weitaus mehr Leichen bringt. Ein Polizeikrimi, ein Actionthriller, ein Straßenreißer, ein grobes Stück Film, Drohungen und Warnungen kommen so schnell wie die Kugeln, sie sind genauso am Einprasseln, die "kolumbianische Krawatte" wird versprochen, gehalten wird sie nicht. Mehrere Personen sind dabei unter Beobachtung, Norris, Farina, das Greenhorn, der Burnout-Cop, der einen Fehler macht und einen zweiten; fragt sich bloß, wer in all dem gewünschten Realismus den 'Prowler', den Polizeiroboter und seine Handhabe hineingeschrieben hat, den Vorläufer vom RoboCop. Ein Gimmick, ein Spielzeug, das eingeführt wird in das vergleichsweise bodenständige Geschehen, in den polizeilichen Ermittlungen, dem Ablaufen der Schuhsohlen auf dem Asphalt, die viele Fußarbeit und das Patrouillenverhalten, viele Befragungen, viele Fahrten um den Block, oftmals Beine in den Bauch stehen. Ein Besuch im Zoo steht auch an, der Film oftmals in Bewegung, technisch etwas altbacken gehandhabt, Popeye Doyle als Kinofilm.
Eastwood hat ein anderes Drehbuch von Butler und Shyrack für sich entdeckt, Pale Rider - Der namenlose Reiter (1985), war mit der Arbeit dort zufriedener und passender, trotz absinkender Qualität der Reihe wäre dies hier kein Format für Dirty Harry, anfänglich zu sehr Herumgeplänkel, leere Worte, viele Blicke, jeder verfolgt jeden, zudem ist die Stadt groß genug, um sich des öfters aus dem Weg zu gehen. Ein wenig Fortschritt wird hier geboten, dazu die Omerta, der Krieg ist unaufhaltsam, die ersten Opfer Nebenleute, ein Überfall auf Hausangestellte, die am wenigstens Verantwortlichen trifft es zuerst. Eine Art Zeugenschutznummer wird bald geboten, eine Nichtsahnende in Bedrängnis, Cusack als Retter und Beschützer der Witwen und Waisen, gedreht viel in der Öffentlichkeit, der Bibliothek, der Stadtbahn, eine Fahrt einmal quer durch die Skyline, die unfeine Antwort auf Diese Zwei sind nicht zu fassen (1985), ein Buddy Picture ohne gleichwertigen Kumpel und ohne Pointen; abgesehen von einigen unüblich besseren darstellerischen Leistungen gerade von Hagan, aber auch Norris ohne richtigen Mehrwert.
Das einhellige positive Echo der Kritiker gerade hierfür ist im Nachhinein nicht zur Gänze nachzuvollziehen, es gibt einiges an Füll- und Nebenszenen, das ethische Dilemma mit dem getöteten Jungen zu Beginn ist noch der große Vorteil des Filmes, es wird vom Nebenplot zwischendurch zum Hauptgeschehen, zur Crux des Filmes, das Durchbrechen der Blauen Mauer, der Blue Bloods, neben der Schutzhaft für ein unschuldiges Mädchen. Zwischendurch wird das Ungerechtigkeitsgefühl ordentlich auf die Probe gestellt, Cusack allein und verlassen, die eigenen Kollegen nichts wert, eine verlogene Bagage, im Stich gelassen, mit Absicht seinem Schicksal den Rücken und die kalte Schulter zugekehrt. Die Stadt bleibt sein Schauplatz und sein Spielfeld, es wird zu einigen Tricks und Kniffen gegriffen, eine zuweilen etwas schneller abgespielte Autohatz durch die Tunnelanlagen, mit einem Feuerwerk am Flussufer, mit einem Paradebösewicht, mit dennoch realen Stunts; Stunt Coordinator ist Aaron Norris, Vorbereitung für die eigene Regielaufbahn. Die "Ein-Mann-Armee" hat seine eigene Verstärkung anbei, er bricht die Mauern und sich seine Bahn, eine Ablenkung und Unterstützung mechanischer Art, dazu voluminöse Detonationen und dicke Löcher im Wams.