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Die Horrorkomödie des dänischen Autors und Langfilmdebütanten Sohail A. Hassan könnte aufgrund des deutschen Titelzusatzes eventuell falsche Erwartungen wecken. Denn anders als der ähnlich gelagerte „Deathgasm“ spielt Heavy Metal eine eher untergeordnete Rolle. Obgleich er diesbezüglich recht gekonnt mit einigen Klischees spielt.

Schüler Jimmy ist Okkultist und Heavy Metal Fan. In regelmäßigen Abständen hält er Rituale am Grab seiner Mutter ab, welche vor drei Jahren verstarb. Gemeinsam mit seinem neuen Kumpel Amir führen sie während einer Party eine Geisterbeschwörung durch, was den bösen Geist eines Totenbeschwörers freisetzt und nicht nur die Seele von Jimmys Mutter bedroht…

So ganz genau wusste der Stoff wohl nicht, wohin er steuern wollte, denn neben Humoreinlagen findet sich eine Menge Coming-of-Age, ein wenig Familiendrama, aber auch einige Referenzen in Richtung Horror der 80er sind auszumachen. Allein Jimmys Zimmer ist eine kleine Reliquiensammlung, einschließlich der Krallenhand von Freddy Krüger. Bei der Ausstattung ist zuweilen viel Liebe zum Detail erkennbar.

Das eigentliche Zugpferd der Geschichte ist das sympathische Zusammenspiel der beiden ungleichen Außenseiter. Jimmy ist introvertiert und stark aufs Okkulte fixiert, während Amir für lockere Sprüche sorgt und sehr darauf bedacht ist, beim weiblichen Geschlecht zu landen, - dazu kann auch schon mal eine vermeintliche Geisteraustreibung mit künstlichem Nebel vonnöten sein.
Leider nimmt das Verhältnis zwischen Jimmy und seinem Vater unnötig viel Raum ein, was den einen oder anderen Durchhänger innerhalb der 104 Minuten erzeugt.

Das vergleichsweise geringe Budget der Independentproduktion schimmert an einigen Stellen merklich durch. Spätestens bei einem Rückblick ins Jahr 1632 wirkt die Szenerie viel zu steril, während CGI-Blitze überaus schlicht in die Landschaft geworfen werden. Später, als einige wenige Zombies mitmischen und kurz ein Monster aufkreuzt, wirken die handgemachten Effekte deutlich besser. Wobei insgesamt kaum Blut fließt und die FSK16 beinahe etwas zu hoch gegriffen scheint.

Leider halten sich spannende Momente in Grenzen. Für jene sind eher die weiblichen Nebenfiguren zuständig, als es etwa bei einem Saunabesuch oder nach einer Bandprobe zu unheimlichen Begebenheiten kommt. Der Showdown gerät indes etwas turbulenter, wobei diverse Probleme relativ simpel gelöst werden und überraschende Wendungen ausbleiben.

Letztlich sind die weitgehend unbekannten und gleichermaßen unerfahrenen Mimen mit ordentlicher Spielfreude dabei und auch der überwiegend orchestral gehaltene Score weiß mit einigen Themen auf sich aufmerksam zu machen. Die holprige Story versucht diverse Aspekte abzudecken, streift die meisten davon jedoch eher oberflächlich, wobei der Humor insgesamt etwas zu kurz kommt. Einen gewissen Charme kann man dem Werk zwar nicht absprechen, doch unterm Strich fehlt der notwendige Pep, um mehr als durchschnittlich daherzukommen.
5,5 von 10

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