Ich möchte einleitend erwähnen, dass ich Furby nie leiden konnte.
Das ist für den Rest des Textes nicht relevant, wohl aber für die Familie Mitchell, die mit allerlei Gefahren fertig werden muss, als auf einem Familien-Roadtrip die Apokalypse in Form einer Übernahme der Welt durch ein schlecht gelauntes Betriebssystem vonstatten geht. Alle Menschen werden eingefangen und so verbleibt es an den Mitchells, die Welt zu retten. Dabei hat die Familie intern schon mit genug Problemen zu kämpfen.
Die Geschichte bietet neben der Rettung der Menschheit auch allerlei familiäre Aspekte, die meist angenehm kitschfrei präsentiert werden und dankenswerterweise mehrere Betrachtungen zulassen, was die Chose für alle Altersklassen konsumierbar macht. In vielen Konflikten dürfte sich mancher wiedererkennen und letztlich lernt natürlich familienfilmtypisch jede der Figuren was dazu. Dabei sind diese recht sympathisch gestaltet und haben eine eigene Persönlichkeit, eine Entwicklung findet ebenfalls statt. Von dieser Seite betrachtet macht der Film vieles richtig, wenn er sich allerdings auch davor scheut, in Sachen Drama wirklich in die Tiefe zu gehen. Dafür gibt’s einige Anspielungen auf die Technikergebenheit der heutigen Zeit und zum Thema künstliche Intelligenz im Zusammenspiel mit der Datensammelwut mancher Tech-Konzerne.
In der Stilrubrik können die Mitchells ebenfalls punkten. Die Animationen sind detailliert und farbenfroh und wirken erfrischend. Das Design ist gefällig und mitunter verspielt, manchmal aber auch etwas zu Tik-Tok-esque wie eine Anbiederung an die ADHS-Generation, wobei das einerseits zum Konzept passt (Katies Kurzfilme), mitunter aber auch anstrengend wirkt. Eine etwas dezentere Einbindung wie bei „Scott Pilgrim“ hätte de Ganzen besser zu Gesicht gestanden. Allerdings bin ich auch keine 15. Von daher...
Musikalisch bietet man allerlei Stückgut, bedient sich gerne mal in den 80ern und klingt mitunter nach „Stranger Things“. Das mag immer wieder mal aufgrund der Assoziation rausreißen, schmeichelt meinen Ohren aber trotzdem. Auch ist das Werk einfach einen Tacken zu lang geraten. Gerade im letzten Drittel kann es nicht durchgehend die Spannung halten und gibt sich, trotz einiger guter Ideen, zu ausgewalzt.
Insgesamt sind die Mitchells aber ein sympathischer Haufen, der Weltenrettung habe ich gerne beigewohnt. Optisch ansprechend, wenn auch mitunter anstrengend, präsentiert Sony hier – inklusive eigenem product placement – einen sehenswerten animierten Roadtrip mit sympathischen Charakteren und einigen witzigen Episoden.