Review

1993 war kein besonders dolles Jahr auf dem Actionsektor, befürchte ich, denn nach "Back in Action" gleich mal ein Wechsel auf die Weißbrotseite: "Fire Force" aka "Firepower" und gleich mal ne Gratulation: ich versteh null, was der Titel mit dem Film zu tun hat.
Aber egal, Steve McQueens weit weniger talentierter Sohn Chad darf hier den Hero spielen und weil er ziemlich massiv und relativ unansehnlich ist, hat man ihm Gary Daniels mit gegeben, der hier ausschaut wie Jason Mewes auf Steroiden, aber sowohl optisch als auch kämpferisch ordentlich was her macht.

Irgendwie sind wir in die Zukunft geraten und dabei in den Bereich "Robocop" meets "Banlieue 13" - eine gesetzlose Zone wurde installiert, damit man das Verbrechen irgendwo konzentrieren kann, aber nu drängen die Fiesling mit aller Macht nach draußen, weswegen wir eine kleine Terminator-Polizeirevier-Nummer hinlegen, als man einen maximal aufgepumpten Hair-Metaller namens "The Swordsman" einkastelt, bevor der wieder zu Whitesnake wechseln kann. Nachdem die Conankopie in den Stretchhosen entkommen ist (und viele Leutz tot sind), machen sich unsere Buddycops also auf zum Undercovereinsatz, denn das Hauptquartier der bösen Drogenhersteller (jaja, so nebenbei gehts auch um Drogen) ist in einem Club, wo ein sogenannter "Death Ring" läuft, also Kampfsportler, die sich die Visage eindellen und später im Fight auch noch eine Waffe hinzubekommen. Hie und da darf der Schwertsmann auch mal rein und seine Gegner-Opfer dann sogar umbringen, was wohl Quote bedeutet, es stehen allerdings jeden Tag die gleichen 18 Leute um den Ring. Das ganz große Geschäft also...

Derweil rückt man ganz soft dem Kern der Sache entgegen, gräbt ne Wettangestellte an (knusprig), ärgert sich daheim mit der Gattin (bald tot) und gönnt dem Zuschauer dann den halben Film irgendwelche schönen Fights im Thunderdome unter Strom. Richard Pepin versteht ja sein Handwerk und so läßt er ein paar ausgesucht gute Kämpfer aufeinander los und hat nur Schwierigkeiten, für McQueen einen Kampf zu faken, in dem es nicht ganz so unglaubwürdig ist, daß er ihn gewinnt.
Damit füllt man dann so gute 55 der 90 Minuten, bleiben noch ca. 10 (nach der Exposition), in denen dann die große, böse, mächtige Organisation (ein Boss, ein Hair-Metaller, vier Drogenhersteller, ca. 10 Henchmen mittlerer Kategorie!!!) noch besiegt werden will und das managt der füllige Hero natürlich im Amokmodus (Frau und Partner away!!!) irgendwie gerade so eben noch und wird dann vermutlich die Wett-Uschi heiraten, weil die eh besser aussah. Was aus seinem Sohn wird, interessiert anscheinend keinen.

Nee Freunde, was erst als futuristischer Billigcop-Film anfängt, wird plötzlich zum x-ten Aufwasch des "Celebrity Deathmatch" und das solange, bis man fast den Plot komplett vergessen hat. Gut, hier wird natürlich nur ein Grund für den Kampf gesucht, aber so dermaßen das Filmthema fallen lassen, ist dann auch nicht produktiv, insofern können sich auch hier nur Fightfreunde freuen, wenn nach einer halben Stunde ein Match nach dem nächsten läuft. Der Rest ist Schablone und Mottenkiste und noch dazu albern und wenig überzeugend zusammengestellt. Gabs wirklich keinen Besseren als den recht speckigen McQueen und mußte Daniels wirklich in die zweite Reihe als Füllmaterial? Aber was stört das die Süchtigen, hauptsache es gibt Stoff. (3/10)

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