Nach Jahren der hochgeschraubten Erwartungen endlich gesehen...und enttäuscht worden.
Dabei ist der Film handwerklich durchaus gelungen, gerade die Kamera
verrichtet eine gute Arbeit. Auch ließen sich Jeunet und Caro einige
wirklich lustige Ideen einfallen, welche allerdings den Film in keinster weise mehr retten können: Letztendlich erscheint er mir doch eine Spur zuu französisch geraten.
Dabei hätte der Storyansatz mit dem runtergekommenen Haus und seinem Chefmetzger, welcher zugezogene Pechvögel zum Wohle seiner Mitbewohner zerhackt und in proportionierten Stücken als Filets etc. an diese verteilt, durchaus ein großes Potenzial gehabt und meines Erachtens schreit das nach einem Remake. Auch die Charaktere sind durch die Bank weg 1000% skurille Knalltüten mit heftigen Macken. Doch daran zerbricht auch der Film:
Scheinbar zuviele Charaktere werden eingeführt, alle mit ihren typischen
Eigenarten, ohne dass die meisten viel zur Geschichte beitragen würden. Eher lenken sie alle ein wenig davon ab. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist man der
Meinung, dass es zuviel der kleinen Verrücktheiten ist und der Filmkönne mal in die Gänge kommen. Der Erzählstil erweist sich dabei leider
als recht langsam, was zwar an und für sich kein Problem wäre, die 95 Minuten Film jedoch locker wie 2 stunden und mehr anmuten lässt.
Zum Ende hin wirds noch alles durcheinander und als Zuschauer fragt man sich, was dieses Chaos nun soll.Wie gesagt: Zwar sieht man schon in Ansätzen die Merkmale, die Jahre später auch Amélie zum Welterfolg werden ließen(auch da gab es eine menge skuriller Charaktere) doch musste hier der Stil noch gefunden werden. Und wie ich schon meinte: Arg französisch.
Ein Film für eher speziellere Geschmäcker. 5/10
PS: Ich schreibe als jemand, der eben nicht solche eher kunstvoll und
subtil ausgelegte Filme kategorisch ablehnt oder sich nur dem
Mainstream widmet. Doch scheint es mir, als habe der Film mich einfach
nicht erreichen können.