Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf diesen Film gestoßen bin und warum ich ihn überhaupt angeschaut habe. Nach Durchlesen eines externen Reviews dachte ich mir, Hexenverfolgung im Mittelalter, kein Review bis jetzt, das kann nichts gscheites sein. Aber gut, ich habe mir den Film trotzdem angeschaut, spanisch argentinisch, französische Coproduktion, vielleicht lohnt sich es doch.
Und es hat sich gelohnt. Dieser Film ist wahrlich ein Meisterwerk. Es geht um die Hexenverfolgung im Baskenland im Jahr 1609. Ein Richter mit einem Gerichtsschreiber und Soldaten fährt durch das Land und verbrennt angebliche Hexen nachdem deren Buhlenschaft mit Luzifer als bewiesen erscheint. In einem Fischerdorf angekommen werden 4 junge Frauen und ein junges Mädchen festgenommen und eingesperrt. Der Grund ihrer Festnahme wird ihnen nicht mitgeteilt. Sie werden einem peinlichen Verhör unterzogen. Wer den Hexenhammer gelesen hat, weiß, wie so ein peinliches Verhör früher vollzogen wurde. Was im Film gezeigt wird ist, wie einem der Mädchen eine cirka 5 cm lange Nadel wahllos in die Haut gestochen wird an Stellen mit Muttermal, oder sonstigen Malen. Kommt Blut raus ist sie keine Hexe, kommt keins raus ist sie wahrscheinlich eine. Da man unbedingt eine Stelle finden wollte die nicht blutet, hat man diese dreckige Nadel öfters an gewissen Stellen eingestochen. Diese eine Szene war so erschütternd und grausam, daß der Film auf übrige Torturen verzichten konnte. Insgesamt kommt die erniedrigende Behandlung und das totale Ausgeliefertsein sehr gut rüber.
Die Schauspielerinnen spielen ihre Rollen hervorragend und sind sehr schön. Der Film ist quasi eine Gegenüberstellung des Schönen zum Grausamen und ist absolut empfehlenswert. Nachdem ich den Film sah bekam ich einen Haß auf die katholische Kirche, die sich bis heute für dieses beispiellose und unverzeihliche Verbrechen nicht gebührend entschuldigte. Unglaublich, wie grausam der Mensch sein kann. Mittlerweile habe ich mich wieder beruhigt.