Böser Bildschirmschoner
Ein Mann vor ca. 30 Jahren allein im Keller beim Daten,
damals konnte man VHS-Rendezvous haben, ohja, kein Grund zum Haten!
Doch als das gute Mamasöhnchen einen besonderen Bandkumpel findet,
er auch seinen Untergang unwiderruflich an sich bindet...
„Rent-A-Pal“ behandelt das Alleinsein und den Wunsch nach menschlicher Nähe,
umkreist dabei diese düstere Komödie doch immer wieder spürbar die ein oder andere Krähe.
Wil Wheaton spielten den VHS-Buddy teuflisch perplex,
die verlorene Seele an sich zu binden scheint für ihn nur ein Klecks.
Mit ganz realen Bezügen und ohne großartige übernatürliche Bögen,
kann ich das verstörende Retrodrama nur uneingeschränkt mögen.
Menschliche Abgeschottenheit und der Wunsch nicht allein zu sein,
da wird schonmal zur ganz privaten Hölle das traute Heim.
Ein sehr intimer und unheimlicher Blick hinter eine weinende Fassade,
ist dieser Curveball durchaus eine mutige Kaskade.
Der schwarze Spiegel aus einer oft verklärten Zeit,
für einen solchen Tiefschlag ist man nie wirklich bereit.
Und dabei gönnt man dem Protagonisten eigentlich sein Glück zu finden,
umso mehr muss man sich bei dem niederschmetternden Ausgang winden.
Ein ganz besonderer Horrorfilmtechnisch am humanen Abgrund,
gleicht dieser Trip unter Lachgas einer Schlachtung.
Fazit: sehr sensibler Slowburnschocker. Retro, menschlich, emotional, traurig. Einsamkeit trifft „Twilight Zone“. Eine noch lange lungernde Entdeckung. Creepy und echter als man meinen könnte. Gefühl, Thema, Authentizität - das macht hier den Unterschied!