Review

Grenzgenialer Bandsalat


Das ist genau mein Humor! Zumindest weitestgehend. „VHYes“ ist komplett auf dem leiernden Silberstreifenformat aufgenommen und zeigt, wie ein kleiner Junge Ende der 80er/Anfang der 90er die Hochzeitskassette seiner Eltern überspielt - mit allerlei schrägem Zeug aus dem TV bzw. auch selbstgedrehten Material mit seinem nerdigen Kumpel. Und das reicht dann von Softpornos über Mystery-Quark bis zu Fernseh-Aerobic oder weirdesten Malstunden a la Bob Ross...

Zuerst dachte ich, „VHYes“ hätte etwas mit dem „V/H/S“-Reihe an Horroranthologien zu tun. Wäre auch cool gewesen, stimmt aber null. Dann stempelte ich ihn kurz als Vanityprojekt eines reichen Hollywoodsprösslings ab - da Jack Henry Robbins immerhin Sohn von Tim Robbins und Susan Sarandon ist, die beide auch kurze Rollen in diesem skurrilen Sammelsurium antreten. Doch dann gewann zum Glück meine Neugier doch noch - denn auch wenn ich eher ein paar Jahre später meine frühe Pubertät durchlaufen habe und den Peak des VHS- und TV-Booms nie ganz miterleben durfte, sehe ich mich dennoch als massives Kind oder zumindest Fan der 80er, sodass „VHYes“ als Kollektion der albernen und furztrockenen Absurditäten voll in meine Bahn passt. Kurze, knackige 70 Minuten voller Wahnsinn, Abgründe und Lachnummern. Homeshopping trifft auf schlechte Filme, Scheidungen treffen auf Spukhäuser, alles verschwimmt zu einem surrealen Mix, der das wahre Leben aufreißt, auffrisst und einnimmt. Ein Kommentar auf die ständige Erneuerung und Löschung unserer selbst? Der Homo Sapiens als lernresistenter Weltenflüchter? Schwedische Sexaliens aus dem All? Hell yeah, her damit! Kurzweiliger und seltsamer geht’s kaum. 

Fazit: dunkler Humor trifft soften Horror mit untergründig-philosophischem Anstrich - „VHYes“ kriegt ein JA von mir! Retrotastisch, kreativ und einzigartig. Wenn auch eher ein Quickie. 

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