Spielbergs größter Alptraum
Nachdem Spielberg mit "Der weiße Hai" die Schwimmsaison eröffnet bzw. geschlossen hat, schob sich eine Welle Nachahmer und Tierhorrorfilme über die Welt. Einer der ersten, besten und nahestehendsten dieser Art ist der Orca-Horror "Orca - Der Killer-Wal", in dem sich ein hartnäckiger Wal daran macht, seine Familie zu rächen und einen nicht allzu hellen Fischer gegen einen Eisfelsen zu klatschen...
Nicht nur als "Jaws"-Kopie machte dieser unnachgiebige Warmblüter von sich reden, in Deutschland gelang er zu noch etwas größerem Ruhm, da er auf Grund einer zweifelhaften 12er-Freigabe und einer Nachmittagsausstrahlung im Fernsehen eine ganze Generation verstörte. Oder für Tierhorror begeisterte. Ganz wie man es sehen will. Charlotte Rampling und Bo Derek in einem Film und auf ihren wunderschönen, äußerlichen Höhepunkten ist jedoch schonmal ein dickes Plus. Erst recht wenn Letzterer ein Bein abgebissen wird!
Desweiteren findet man auf der Habenseite eine ohrenbetäubenden, sehr speziellen Morricone-OST und eine psychoanalytische Moby Dick-Verwurstelung. Die Atmosphäre lässt kaum nach und das einsame Hafenstädtchen kann sich sehen lassen, ebenso wie der ehrfurchterregende Orca. Auf dessen Seite wie übrigens sind, da die ohnehin etwas dümmlichen und unsympathischen Figuren völlig verkackt haben, wenn sie ein schwangeres Walweibchen grausam fangen und quälen. Eine Szene, die noch immer an die Nieren geht und des Wals Rache tief manifestiert. Zu recht.
Fazit: grausam, atmosphärisch, emotional - nur nicht wirklich gruselig. Mit "Jaws" kann er nicht mitschwimmen, doch in dessen Fahrwasser ist dieser Rache-Wal eine wahre Größe. Free Willys nachtragender Onkel. Besser als sein Ruf!