Inhalt:
Ein paar junge Menschen suchen Unterschlupf, da ein Erdrutsch ihren Reiseplänen einen Strich durch die Rechnung macht. Sie finden ein verlassenes Hotel und machen es sich dort gemütlich, doch mit der Ruhe ist es bald vorbei, denn das Haus hat eine bewegte Vergangenheit mit schrecklichen Folgen für die neuen Gäste.
Kritik:
Nach dem mauen "Ghosthouse" versucht es Umberto Lenzi noch einmal und liefert auch den dritten Teil der Ghosthouse-Reihe. Witzigerweise wurde dieser dritte Teil vor dem ersten Teil gedreht, aber das nur nebenbei.
Wie bei den bisherigen beiden Teilen gibt es von der Storyfront wenig neues oder einfallsreiches zu berichten. Die Charaktere werden knapp vorgestellt und nur der weiblichen Hauptperson wird eine auffallende Eigenschaft zugeordnet. Sie ist nach Aussage ihrer Ärzte ein Medium mit besonderen psychischen Fähigkeiten und das wird schnell deutlich, denn das Mädel sieht des Öfteren die schrecklichen Dinge, die sich in der Vergangenheit in dem Hotel abgespielt haben. Dafür ist der damalige Hotelbesitzer verantwortlich, der seine Gäste enthauptete, deren verlorene Seelen keinen Frieden fanden und nun in der Butze sehr zum Leidwesen der Besucher einen Budenzauber veranstalten.
Anfangs ist dieser Hokuspokus anfangs noch harmlos. Da läuft mal ein Fernseher ohne Strom und explodiert, man wird von Alpträumen, in denen Blut von der Decke tropft oder Spinnen über die Bettdecke krabbeln, geärgert oder kurz in der Kühlkammer zum Zittern gebracht. Später dann geht es ans Eingemachte, was dazu führt, dass der ein oder andere im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf verliert.
Die wenigen Effekte, die man zu Gesicht bekommt, sind recht gelungen, wobei ich die Idee mit der köpfenden Waschmaschine (!) oder die Enthauptung des in der Bärenfalle gefangenen Opfers wirklich gelungen finde. Ansonsten wird auf explizite Gewaltdarstellungen verzichtet und die Kamera blendet kurz vor den blutigen Einzelheiten ab.
Hinsichtlich der Atmosphäre kann dieser Teil mit seinem Vorgänger leider nicht mithalten. Das Haus an sich wirkt wenig bedrohlich und wurde schwach in Szene gesetzt. Hinzu kommt, dass sich ein Großteil des Films außerhalb der Gemäuer abspielt und so das Potential des Ghosthouse verschenkt wurde. Nur ganz am Ende blitzt dieses phasenweise auf.
Die wandelnden Opfer der Vergangenheit wirken auch eher harmlos, da sie bis auf wenige Ausnahmen ganz normal aussehen und halt nur etwas schlechter zu Fuß sind, dafür aber gerne mal ein Messerchen oder ein Äxtlein mit sich führen. Der Harekrishna wurde anscheinend George A. Romeros "Zombie" (der im Kaufhaus) entliehen (da fällt mir, dass ich mir den auch mal wieder anschauen könnte).
Die Schauspieler haben wenig auf dem Kasten und die Dialoge sind manchmal etwas nervtötend, besonders dann, wenn jemand etwas sagt und sein Gegenüber dies dann in einer Frage wiederholt("Er wurde ermordet!" - "Ermordet?"), was des Öfteren vorkommt.
Besonders spaßig finde ich die Stelle, an der einer Frau niemand Glauben schenken will, ein paar Leichen gesehen zu haben und sie von ihrem Freund mit den Worten "Du brauchst dich nur daran zu erinnern, wie du Ronald Reagan auf Rollschuhen in New York gesehen hast, weißt du das nicht mehr?" als geistig verwirrt bezeichnet wird und sie dies dann auch noch mit "Und ich weiß, er war es doch!" bestätigt.
Die grandioseste Idee des ganzen Films ist meiner bescheidenen Meinung nach die Rückspiegelszene: Eine Frau sitzt im Auto und schaut in den Rückspiegel, aus dem ihr ihre Freundin zulächelt. Die Fahrerin dreht sich erfreut über den Besuch um und muss zu ihrem Bedauern feststellen, dass nur der Kopf ihrer Freundin auf der Rücksitzlehne platziert wurde und just in dem Moment nach vorne kippt.
Alles in allem gefällt mir dieser Teil insgesamt besser als Teil 1 und etwas besser als Teil 2. Schade, dass die gelungenen Passagen nur stellenweise durchschimmern.