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Allein 2019 erschienen 27 (!) Animationsfilme des Regisseurs James Snider. Bedenkt man, wie viel Zeit die Blockbuster von Pixar und Konsorten für die durchschnittliche Produktion in Anspruch nehmen, sagt das schon eine Menge über die Qualität aus. Dabei ist die Animation nicht das größte Manko von „Penguin Land“.

Weihnachten naht und die Pinguine Zooey und Flip fangen einfach keine Fische mehr. Zooey hat die Idee, alternativ einen gemeinsamen Gemüsegarten anzulegen und sucht in der Arktis Unterstützer. Derweil verirren sich zwei andere Pinguine ins Schloss des garstigen Eisbären Hunch, der gar nicht daran denkt, die Pinguine mit ihrem Gemüsegarten zu unterstützen…

Wer am Fließband vermeintlich familientaugliche Filme produziert, hat das eigentliche Ziel offenkundig längst aus den Augen verloren: Herz, Esprit und eine möglichst bewegende Botschaft. All dies findet sich in „Penguin Land“ nicht und das fängt schon bei den ausbleibenden Figurenzeichnungen an. Die Charaktere bleiben seelenlos, sie erhalten keine markanten Eigenschaften und selbst ein sprechender Fliegenpilz bleibt witzlos.
Überdies gelingt es der dünnen Geschichte nicht, auch nur einen einzigen Schmunzler zu erzeugen.

Das größte Problem, vor allem für die jungen Zuschauer, dürfte der Mangel an Bewegung sein, denn es gibt nicht eine Szene, die auch nur ansatzweise in Richtung Action tendiert.
Die meiste Zeit stehen zwei Figuren herum und schwatzen, - da ist man sogar als Erwachsener irgendwann lost, weil einfach nichts in die Tat umgesetzt wird. Gemüsegarten? Ist nie einer zu sehen. Die angekündigte Rache des Eisbären? Leere Worte, denn da läuft bereits der Abspann.

Animationstechnisch ist nicht alles schlecht. Schneebedeckte Berge oder auch Bäume und Sträucher im Schnee sind sogar recht detailreich ausgearbeitet, wogegen die Figuren in Sachen Mimik überwiegend spärlich ausgestattet sind. Dass hier faule Programmierer am Werke waren, offenbaren primär die letzten Minuten, denn da tanzen ein paar Pinguine, Rentiere und Schneemänner zu einem modern arrangierten Weihnachtssong jeweils auf der Stelle, während im Hintergrund Feuerwerk gezündet wird. Allerdings nur in Weiß, was bei einer Schneelandschaft eher suboptimal kommt.

Von Weihnachtsstimmung keine Spur, obgleich ein, zwei klassische Weihnachtslieder kurz angestimmt werden. Die knapp 70 Minuten bestehen tatsächlich fast ausschließlich aus Dialogen, welche immerhin vernünftig synchronisiert wurden. Ansonsten null Elan, null Kreativität, von Charme ganz zu schweigen. Ein einfallsloser und geradezu liebloser Film, um den man einen großen Bogen machen sollte.
2,5 von 10

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