Review

(enthält Spoiler)

Die Serie hat mir gefallen. Punkt. Sie hat mich berührt und mitgenommen. Und das ist erstmal das Wichtigste...

„Spuk in Bly Manor“ ist tatsächlich mehr eine Erzählung von vier Liebesgeschichten, die sich in Bezug zu dem Anwesen ereignen, als eine Geistergeschichte, wie auch die Erzählerin sich am Ende eingestehen muß. Alle Liebesgeschichten enden tragisch, dass ist der verbindende Part des Ganzen.

Angefangen mit der amerikanischen Lehrerin Dani, deren Verlobter auf tragische Weise umkam, nachdem sie ihm versucht zu erklären, dass sie eher auf Frauen steht. Fortan sieht sie den toten Verlobten in jedem Spiegel, der ihres Weges kreuzt - und flieht nach England, um einen Job als Au Pair anzunehmen. Dort trifft sie auf die Familie Wingrave (bzw. das, was von ihr übrig geblieben ist) und deren Angesrellten. Nun kommen immer mehr die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander und eine böse Vergangenheit ans Tageslicht...

Was mich sehr fasziniert hat, ist die ruhige Erzählweise der Serie. Sehr ausführlich werden die Charaktere dargestellt, es gibt weder nur „Gut“noch nur „Böse“, selbst der Dieb hat sympathische Züge in seiner Gier nach Geld, während das frühere Kindermädchen nicht immer nur positiv erscheint. Jede Figur wird sauber ausgearbeitet, es wirkt alles sehr realistisch.
Die Geschichte wird bis ins 17. Jahrhundert zurück logisch erklärt, auch das ist ein weiterer Pluspunkt. Nichts schlimmer, als wenn sich im Laufe einer Serie viele Logiklöcher auftbauen, was hier zum Glück nicht passiert. Die 80er-Jahre wurden authentisch dargestellt (Klamotten), lediglich bei den Autos auf der Straße in London hätte ich mir passendere Modelle gewünscht.

Die einzelnen Folgen haben die verschiedenen Liebesgeschichten als Schwerpunkt, während die Handlung aber immer konsequent weiter geführt wird. Herausragend die Folge, in der die Haushälterin in einer Zeitschleife gefangen ist. Erwähnenswert ist auch noch die „Geschichts-Folge“, die die Zusammenhänge erklärt und in Schwarz-Weiß gehalten ist.

Es gibt aber auch Sachen, die haben mich gestört:
Die Wahl der Erzählerin ist schlecht, da sie der Gärtnerin überhaupt nicht ähnlich sieht. Hier musste wohl die Schauspielerin Carla Gugino unbedingt eingesetzt werden (die das auch gut macht, keine Frage). Und warum sie immer behauptet, es sei nicht „ihre Geschichte“, wird auch nicht so richtig klar - schließlich ist es ja auch ihre Geschichte.

Alles in allem war es für mich sehr unterhaltsam und spannend, mit herausragenden Darstellern und einer Handlung ohne Logikfehler (9/10).

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