Warum gibt es eigentlich so wenige gute Hexenfilme? Spontan fallen mir nur "Die Hexen von Eastwick" ein. Jener ist allerdings mehr eine schwarze Komödie als ein Horrorfilm. "The Craft" orientiert sich allerdings weniger an Comedy als an typischen Horror-Einlagen. Aber schlüsseln wir das ganze einfach mal auf.
Die junge Sarah (Robin Tunney, End of Days, Prison Break) zieht mit ihrem Vater in eine neue Stadt. Ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben. Sarah findet schwer Anschluss und baut schließlich eine Freundschaft zu den drei unbeliebtesten Girls der Schule auf. Diese drei, Rochelle (Rachel True, Half Baked, CB4), Bonnie (Neve Campbell, Scream, The Company) und Nancy (Fairuza Balk, Almost Famous, American History X) haben ein dunkles Geheimnis. Sie führen einen Hexen-Zirkel und Sarah soll das vierte, wichtige Mitglied werden. Die Götter-Beschwörung klappt. Besonders Nancy scheint dadurch enorme Hexenkräfte gewonnen zu haben. Allerdings steigt diese Kraft ihr zu Kopf und schon bald stehen sich Nancy und Sarah als erbitterte Feinde gegenüber.
Nun, ob das ganze nun Horror ist, darüber lässt sich streiten. Ich würde das ganze eher als einen Mystery-Thriller einstufen. Wirklichen Horror darf man hier in "The Craft" nicht erleben. Durchweg unblutig und extremst Klischeehaft wird hier zu Werke gegangen. Vorallem die genreüblichen Schlangen treten desöfteren in Erscheinung. Allerdings könnte man die Hackfresse von Fairuza Balk als reinen Horror bezeichnen. Ebenso ihre schreckliche Stimme. Aber das ist ja Geschmackssache. Neve Campbell agiert hier mehr als blass. Sie kommt kaum zur Geltung und kann ihren Sex-Appeal nicht ausnutzen. Anders als in "Scream" vermag man keinen Gefallen an der hübschen Kanadierin finden. In den Nebenrollen ist mit Skeet Ulrich ebenfalls ein Co-Star aus dem ein Jahr später entstandenen "Scream" dabei. Auch Breckin Meyer (Road Trip, Rat Race) ist mit von der Partie.
FAZIT:
Ein durchschnittlicher Mystery-Thriller mit Okkultem Touch, wenig motiviert wirkenden Darstellern und durchweg klischeebehafteten Storyelementen. "The Craft" kann man sich durchaus mal geben, versteht mich nicht falsch, man sollte allerdings nicht zu viel erwarten. Für seichte, aber spannungsarme Unterhaltung gibts von mir...
5,5/10