Review

Alleinstellungsmerkmal


In „Alone“ wird eine traumatisierte und kürzlich verwitwete Reisende von einem fiesen Schnurrbartträger gekidnappt - doch als ihr die Flucht gelingt, beginnt der Kampf um Leben und Tod, ein Duell der Geschlechter erst richtig...

„Alone“ ist der typische Film, den man während des Schauens gut bis sehr gut findet, der einen fesselt und klasse mit Spannung und Unterhaltung versorgt... und den man dann dennoch nach einer Woche weitestgehend vergessen hat oder zumindest nur noch in Umrissen im Kopf hat. Die ganz große Begeisterung ist verflogen. Und das liegt nicht an frühzeitiger Demenz, dem Lockdown-Blues oder weil ich einfach zu viel gucke (oder zocke die letzte Zeit). Sondern eher daran, dass „Alone“ in fast allen Belangen solide und zufriedenstellend ist - in keiner aber hängen bleibt und heraussticht. Leider. Nicht falsch verstehen - es ist eine intensive Spannungsschraube, ein matschiges Duell bis auf die Kerninstinkte runter. Toll gespielt, kompetent inszeniert und in seiner Grundattitüde durchaus biestig, erbarmungslos und dreckig. Es geht um Verlust und Schmerzen, darum gewalttätige Hürden zu bewältigen und wieder zu innerer wie äußerer Stärke zu finden. Sowohl Jules Willcox als auch Marc Menchaca spielen kompromisslos, viel mehr als die beiden braucht der Thriller nicht. Und für den Moment reicht das dicke. Doch man bleibt damit weder in Herzen noch Köpfen geschweige denn Geschichtsbüchern. Aber das muss ja nicht immer Ziel und Anspruch sein. Und das entscheide ja mal ganz nebenbei auch nicht ich. Zum Glück. 

Fazit: spannender Kidnap-Thriller zwischen Wald und Wiesen, zwischen „What Keeps You Alive“ und „The Clovehitch Killer“, zwischen „Warum macht die das?!“ und „Zeig's dem Penner!“. Simpel und meist stark. Einige dumme Aktionen muss man in einem solchen Ding abkönnen - auch wenn sie weh tun. 

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