In einer Zeit ungeahnter Fortsetzungen und Neuauflagen ließ es sich die Produktionsschmiede Blumhouse nicht nehmen, den „Hexenclub“ von 1996 einer Frischzellenkur zu unterziehen. Während das Original recht düster gehalten ist, spricht hier die FSK12 bereits Bände.
Lily (Cailee Spaeny) und ihre Mutter (Michelle Monaghan) gründen in einer neuen Stadt eine Patchworkfamilie mit Adam (David Duchovny) und seinen drei Söhnen. Als es für Lily in der Schule nicht gut läuft, wenden sich drei Mitschülerinnen an sie, denen eine vierte Hexe im Bunde fehlt. Tatsächlich entwickelt das Quartett magische Fähigkeiten, was jedoch nicht ohne Folgen bleibt…
Bis auf zwei kurze Einstellungen gibt es keine Verbindung zum Original, wobei hier die Mischung aus Fortsetzung und Remake fließender Natur ist. Außenseiterin Lily ist zwar rasch als Sympathieträgerin etabliert, doch die drei anderen bleiben oberflächlich skizziert und erhalten fast gar keine Figurenzeichnungen außer den Zuordnungen der Elemente und Himmelsrichtungen. Die typische, leicht hysterische Teenager-Begeisterung ist auf Dauer eher nervig denn charmant.
Im Grunde ist es ja löblich, wenn anbei zeitgenössische Themen angesprochen werden. Aber irgendwelchen Genderwahn abzuarbeiten, um kurz darauf zu einer kleinen Romanze zu switchen, wirkt reichlich konstruiert und halbherzig. Ähnlich wie die Rolle des vermeintlich starken Geschlechts von Beginn an in eine Schublade gesteckt wird, wodurch früh Hinweise auf eine spätere Entwicklung gestreut werden.
Mit der Magie ist es indes nicht weit her. Ohne bestimmte Vorgänge sonderlich zu hinterfragen, funktionieren Telepathie und Levitation ohne Probleme, doch so etwas wie Hexenkultur ist nicht erkennbar, auch eine spezielle Motivationen der jungen Hexen wird nicht geliefert. Die wenigen Spezialeffekte funktionieren im jeweiligen kleinen Rahmen recht gut, beim deutlich zu hastig abgearbeiteten Finale sieht das hingegen eher dahingerotzt aus.
Im Gegensatz zum Original mangelt es hier an Persönlichkeit, da die Figuren kaum markant ausfallen und die Magie phasenweise zu sehr in den Hintergrund tritt und austauschbarem Coming-of-Age Platz macht. Das mag für die anvisierte Zielgruppe ansprechend sein, wer das Original kennt, wird dieses um Längen vorziehen.
4 von 10