Review
von Leimbacher-Mario
Black Fangs Matter
Ein gemütlicher Oktober-Einläuter ganz frisch auf Netflix: „Vampires vs. The Bronx“ zitiert einige unverblümt Klassiker seines Subgenres („Blade“ wird geschaut; die Vampire nennen ihre Firma „Murnau Inc.“) und ist leichte Kost für einen Nachmittag im „Monat des Schreckens“. Aber es kann eben ja nicht immer „Martyrs“ oder „The Devils“ sein... In der fluffigen Vampirstory bekommen es ein paar pubertäre Jungs aus der Bronx mit einem Nest weißer Vampire zu tun, die planen das Ghetto gehörig umzukrempeln...
„Vampires vs. the Bronx“ wurde von Universal für diesen Horrormonat an Netflix verkauft, ist recht deutlich auf die schwarze Zuschauerschicht zugeschnitten und wirkt wie eine kindliche Vampirjägerversion ohne allzu scharfe Ecken und Kanten. Nicht falsch verstehen, dieser halbstarke Beißer ist nicht komplett weichgespült und noch viel weniger nur für die „schwarze Unterschicht im Ghetto“. Ganz und gar nicht. Dennoch wird man das Gefühl eines Ausschussproduktes nie ganz los. Als dickes Plus sehe ich die Kids selbst und den simplen, effektiven Ansatz samt (nie übertriebenen) Retrovibes. „Monster Squad“ und Co. hört man noch rufen. Und für U14er, die noch nicht allzu viel auf ihrer „Gesehen“-Liste haben, kann „Vampires vs. The Bronx“ sicher auch erfolgreich Lust auf das Genre machen und den Oktober solide einläuten. Die urbanen Strömungen fließen, die Metapher mit der Gentrifizierung ist clever genug und bietet Gesprächsstoff, die Chemie im Cast stimmt wie gesagt. Er bleibt auch keinen Moment länger als er müsste. Doch im Endeffekt ist es für den hohlen Zahn und in den 80ern schon besser, zeitloser und spaßiger, auch viel blutiger gesehen. Dieser Aufguss wirkt ein wenig zahnlos. Nett, aber belanglos und schnell vergessen.
Fazit: Abschleck the Bronx. The Black Lost Boys. Blade in der Pubertät. Fright Night Light. The People Under The City. Dieser süß-kindliche Einsteiger-/Teenager-Horror auf Netflix bietet eine solide Balance aus retro und wichtigen, aktuellen Themen (Gentrifizierung). Dennoch: der finale Biss und das ganz frische Blut fehlt. Sympathischer Snack - mehr leider nicht.