In den goldenen Zeiten des Zombiefilms waren die Untoten oftmals ein Gleichnis für gesellschaftliche Missstände. Diese Idee lässt sich natürlich auf Vampire ummünzen, die als sprichwörtliche Blutsauger unterwegs sind. Nur fiel Autor und Regisseur Osmany Rodriguez nicht viel mehr dazu ein.
New York, Bronx: Das jugendliche Trio Miguel, Bobby und Luis will das Viertel erhalten, nachdem immer mehr Geschäfte verschwinden, die vom Maklerverein Murnau Enterprises übernommen werden. Als Miguel die Tötung eines Gangmitglieds durch einen Vampir beobachtet, will ihm zunächst niemand glauben, doch das Trio rüstet sich für einen Kampf gegen die Blutsauger…
Das Thema der Gentrifizierung wird hier wenig subtil behandelt, obgleich der Stoff genau daraus seine humoristischen Ansätze hätte schöpfen können. Stattdessen stehen drei Kids im Fokus, die sich in der Theorie eine Weile mit der Bekämpfung von Vampiren beschäftigen und hierfür auch einen Blick auf „Blade“ werfen. Bis es tatsächlich zur Gegenwehr kommt, vergeht jedoch deutlich zuviel Zeit.
Ein sympathisches Trio, bestehend aus drei Außenseitern, ist zwar gegeben, doch am Rest mangelt es merklich, zumal der Stoff an eine Zielgruppe gerichtet ist, die bestenfalls im Alter der Protagonisten ist. Folgerichtig fließt zu keiner Zeit Blut, Bisse werden lediglich angedeutet und bei einem anstehenden Ableben wird vorzeitig weggeblendet. Spannung kommt nur selten auf, selbst zum Finale, als das Tempo zumindest ein wenig angezogen wird, will sich nur ein leidliches Mitfiebern einstellen.
Zudem wirken die Blutsauger, von denen es insgesamt nur fünf gibt, kaum bedrohlich, denn dafür erhalten sie deutlich zu wenig Präsenz. Deren Make-up fällt maximal zweckdienlich aus und allenfalls ein paar unnatürliche Moves offenbaren eine gewisse Überlegenheit. In zwei, drei Szenen. Die Jungmimen performen tapfer und mit einiger Spielfreude dagegen an, retten können sie das durch und durch harmlose Treiben jedoch nicht.
Wenn eine Komödie halbwegs gute Laune verbreitet, ist das schon mal die halbe Miete. Die andere Hälfte findet indes nicht statt, denn über magere Schmunzler kommt die Chose zu keiner Zeit hinaus. So mag der Streifen für jugendliche Zuschauer als Einstieg ins Horrorgenre dienen, alte Hasen dürften sich mangels Innovationen und abgenudelter Klischees eher langweilen.
4,5 von 10