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Die berühmt-berüchtigte New Yorker Bronx ist der Schauplatz dieses Vampirfilms für Kinder. Dort nämlich tritt eines Tages ein finanzkräftiges Immobilienunternehmen auf, das den kleinen Geschäftsleuten ihre nicht sonderlich gut gehenden Läden abkauft. Auch die Bodega, ein kleiner Kramerladen, ist davon betroffen, doch da deren Besitzer Tony (Joel Martinez) so ein netter Kerl ist und sie gerne bei ihm einkaufen, entschließen sich die drei Schüler Miguel "Li´l Mayor" (Jaden Michael), Luis (Gregory Diaz IV) und Bobby (Gerald Jones), mittels auf der Straße verteilter Flyer ein bißchen Spendengelder für den Laden aufzutreiben.
Als Miguel eines Abends vor einem Gang-Mitglied, das er versehentlich mit dem Fahrrad angefahren hatte, fliehen muß, erlebt er hautnah, wie ein seltsamer, in Schwarz gekleideter Typ seinen Verfolger in den Hals beißt und mit ihm schwebt. Doch als der Schüler dies seinen Freunden mitteilt, glaubt ihm keiner so recht. Dennoch ziehen die Teenager die Möglichkeit in Betracht, es hier mit Vampiren zu tun zu haben. Frech wie Oskar beschließen sie, auch bei Murnau Properties um eine Spende anzufragen. Dort empfängt sie der Geschäftsführer Mr. Polidori im vorher abgedunkelten Raum, was sie erst recht mißtrauisch macht. Ihre Vermutung bestätigt sich, als sie zuhause die im Vorzimmer der Firma geklauten Unterlagen durchstöbern: sämtliche Baupläne für die kürzlich erworbenen Räumlichkeiten in der Bronx zeigen Standorte für Särge, an manchen gleich Dutzende. Kein Zweifel, hier wird geplant, ein Nest für eine ganze Kolonie Blutsauger zu errichten. Aber wie soll man die Anwohner warnen?
Das Trio verschafft sich daher Eintritt in das gerade an die Firma verkaufte Gerichtsgebäude, wo sie auf Särge stossen, die sie todesmutig öffnen und das ganze per Handy filmen. Den daraus entstiegenen Vampiren gerade noch entkommen, präsentieren sie ihre Handyvideos stolz den versammelten Polizisten, Müttern und Anwohnern. Doch die Särge in den Clips sind leer! Denn Vampire können nicht fotografiert werden, und Li´l Mayor und seine Freunde stehen ziemlich dumm da...

Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Oz Rodriguez hat seine Version eines Vampirfilms in ein Jugendabenteuer verpackt, und so ist sein 2020er Vampires vs. the Bronx dann auch ein recht harmloses Vergnügen über Kinder und für Kinder geworden. Spannung darf man da natürlich keine erwarten, denn die drei Freunde würden - altersgerecht - gerne in schicken Youtube-Clips auftreten (statt in die Schule und in die Kirche zu gehen), müssen sich stattdessen jedoch die für sie hochnotpeinlichen Kommentare ihrer besorgten Mütter über "dreckige Unterhosen wegräumen", "soll ich nicht doch einen Babysitter für dich bestellen" und "Komm nicht zu spät nach Hause" anhören. Respekt verschafft sich das etwas klischeehaft aus Afroamerikanern und Puerto-Ricanern bestehende Trio dann erst mit ihren hartnäckigen Recherchen zu den Miethaien, die sich als Vampire herausstellen.

Gleichwohl meilenweit an der Erwachsenen-Zielgruppe vorbei kann der Film neben diversen schlicht unlustigen Gags dann doch immerhin mit ein paar halbwegs witzigen Ideen aufwarten, wie das Trio die Vampire lehrbuchhaft bekämpfen will: neben den schon bekannten Kruzifixen erweist sich in Plastikflaschen und Luftballons abgefülltes, aus der Kirche geklautes Weihwasser als nützlich, da es zu kochen (naja, eher zu blubbern) beginnt, wenn sich Vampire in der Nähe befinden, und auch der altgediente Knoblauch spielt noch eine Rolle, freilich in Form einer wesentlich leichter zu handhabenden Knoblauch-Gewürzmischung...

Der Film, der unterschwellig das Problem der Gentrifizierung anspricht, läßt das unerschrockene Trio also gegen die aus Vampiren bestehende Immobilienfirma antreten, verzichtet jedoch erfreulicherweise, obwohl die Blutsauger ausschließlich aus Weissen bestehen, auf jegliche Rassismus-Thematik. Die Kinder-Darsteller machen einen ordentlichen Job, auch an den Produktionswerten gibt es wenig auszusetzen (die Computereffekte der am Schluß verbrennenden Vampire sind allerdings sehr schwach), die Rolle der hübschen Blondine Vivan (Sarah Gadon), die gerade allein (wtf?) in die Bronx gezogen ist und dort einfach ihre Nachbarn kennenlernen will (wtf?!!) ist jedoch - selbst für einen Kinderfilm - komplett sinnlos und überflüssig. Selbst die Zielgruppe der 13- bis 15-Jährigen dürfte von Anfang an vermuten, daß sie sich später als Ober-Vampirin outen wird.

Fazit: ein weiterer, kaum Durchschnittswerte erreichender Streifen in der großen Masse der Vampirfilme, der trotz der ungewohnten Erzählperspektive aus kindlicher Sicht keine unverwechselbaren Merkmale enthält und kaum gesehen auch schon wieder vergessen ist. Für den familienfreundlich-fröhlich-positiven Grundton in Vampires vs. the Bronx gibt es trotz der jederzeit vorhersehbaren Handlung aber immerhin noch 3,51 Punkte.


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