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Wer mit sehr geringem Budget ins Filmgeschäft einsteigt und damit einen Achtungserfolg erzielen kann, mag es im Verlauf seiner Karriere gewiss zu etwas bringen. Beispiel Peter Jackson. Der Neuseeländer debütierte 1987 mit dem eher durchschnittlichen „Bad Taste“, danach wurde sein „Braindead“ Kult und bekanntermaßen folgten richtig teure Projekte wie „Herr der Ringe“. Ob es den britischen Regiebrüdern Mark und Martin Pickering einmal ähnlich ergehen wird, ist allerdings fraglich, da die ohnehin schon simple Geschichte keinerlei Ecken und Kanten aufweist.

Als Mark von seiner Frau aus dem Haus geworfen wird, findet er in der Zeitung ein Übernachtungsangebot seines alten Jugendfreundes Ian, der seit jeher auf der abgelegenen Dumpling Farm lebt. Mark wird von regelmäßigen Alpträumen heimgesucht und bemerkt zunächst nicht, wie Ian sich verändert hat und unter dem Bann einer fremden Frau zu stehen scheint. Auf einer Gartenparty zeigen die Damen aus der Umgebung schließlich ihr wahres Gesicht…

15.000 britische Pfund sind wahrlich ein Mikro-Budget, bei dem es immerhin noch für einige praktische Effekte der blutigen Art langte. Auf die muss man allerdings satte 50 Minuten warten, was eine Menge Geduld erfordert. Denn die Figurenzeichnungen fallen recht flach aus, nahezu sämtliche Nebenfiguren sind mit Saufen und Drogeneinnahme beschäftigt und selbst Marks Alpträume sehen kaum wie düstere Vorzeichen aus, da sie mehr aus zusammenhanglosen Fragmenten bestehen, die zu keiner Zeit eine Einheit bilden.

Bis zur ausufernden Party ereignet sich schlicht zu wenig, um Genrefans erhöhtes Interesse zu entlocken, - der augenscheinlich besessene Ian, der verschwitzt am Waldrand Holz hackt und einige Maden an unappetitlichen Orten liefern nichts zum Ängstigen und auch die Party an sich benötigt deutlich zuviel Vorlauf.

Als die Furien schließlich zuschlagen, werden immerhin einige Enthauptungen vorgenommen, Gedärme freigelegt und ein Arm heraus gerissen (wobei der Typ selbigen unterm Hemd versteckt). Frei von CGI spritzt der Lebenssaft einigermaßen regelmäßig, während es die Hauptfigur in ein unterirdisches Domizil führt, in dem diverse Farbfilter eindeutig überstrapaziert werden. Der Ausgang ist schließlich halbwegs gelungen, wobei der Abspann bereits nach 76 Minuten einsetzt.

Darstellerisch ist wenig anzukreiden, der Score fällt zweckdienlich aus und liefert ein paar nostalgisch anmutende Sequenzen mit Bass und Synthie, während die in Cambridge ansässige Farm ab und an etwas Atmosphäre schürt. Das alles kaschiert jedoch nicht die mangelnden Ideen, mal abgesehen vom völlig ausbleibenden Background der kannibalistisch veranlagten Hexen, deren individuelle Spezialkräfte man schlicht hinnehmen muss.
Unterm Strich 15 Minuten passable Blutaction, der Rest ist eher eine Nullnummer.
3,5 von 10

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