Der dritte Teil der norwegischen Raser-Komödie spielt nach Norwegen und Russland in Deutschland. Doch anstatt wie bei den Vorgängern auf typische Landschaften zu setzen, entschied man sich final für den Nürburgring. Das ist ein wenig so, als würde man vom Vorbild „Fast & The Furious“ zu den Spuren von „Alarm für Cobra 11“ schwenken.
Rennfahrer Roy (Anders Baasmo Christiansen) wollte eigentlich ein wenig sesshaft werden und heiraten, doch am Vorabend der Hochzeit knutscht er besoffen mit Robin (Alexandra Maria Lara), der Ex seiner Braut fremd. Nach dieser Enthüllung wird die Feier kurzfristig abgesagt und Roy hat nur eine Chance zur Genugtuung: Ein Duell in Robins Heimat, auf dem Nürburgring…
Kennt man die beiden Vorgänger, stößt man erneut auf einen lieb gewonnenen Haufen skurriler Typen, welche allerdings allesamt ein wenig zu kurz kommen, während die zuvor problematische Vater/Tochter-Beziehung komplett glatt gebügelt erscheint. Stattdessen trifft Roy auf gleich zwei Namensvetter, was im ersten Fall zwar ein wenig Situationskomik hervorbringt, doch altbacken aufgezogene Verwirrspielchen am Telefon zünden da eher weniger.
Weniger ist ein Stichwort, welches zu vielen Elementen des dritten Teils passt. Es gibt, bis auf einen Leichenwagen, deutlich weniger markante Boliden. Die Antagonisten fallen reichlich harmlos aus (unter anderem mischen The Boss Hoss und Henning Baum mit) und die Rennen und somit die Action kommt deutlich zu kurz. Die erste Hatz, noch in den verschneiten Höhen Norwegens ist ein solider Appetizer, doch dann folgt lange nichts außer einer viel zu kurzen Jagd durch Hamburgs Container-Hafen, während das finale Rennen auf dem Nürburgring zwar routiniert gefilmt ist, jedoch kaum Suspense zutage fördert.
Einige wenige Luftaufnahmen über deutsche Autobahnbrücken rund um den Rhein verdeutlichen kurz, was da alles möglich gewesen wäre, stattdessen verkommt der Running Gag der Vorgänger, Polizist Mørk (Henrik Mestad) zum Busfahrer für Seniorenreisen, der in einer solchen Positionen nicht ernsthaft mithalten kann. Die beiden deutschen Polizisten taugen diesbezüglich noch nicht einmal als Randnotiz.
Mag sein, dass Regisseur Hallvard Bræin sich die Co-Produktion mit Deutschland ein wenig aus der Hand nehmen ließ, denn der ursprüngliche Charme der Vorgänger ist hier nur noch selten vorzufinden, die Figuren bleiben weitgehend blass und der feine Humor weicht harmlosen Gags früherer Jahrzehnte. Da bringt auch der goldige Gastauftritt von Wencke Myhre nicht mehr viel, - mit dem dritten Teil scheint das Rennen überraschend gelaufen zu sein.
5 von 10