Erwin C. Dietrich dürfte wohl einer der größten Schmuddel-Produzenten aller Zeiten sein. Sex, Sex und noch mal Sex war seine Devise und etwas anderes außer den Beischlaf auf Zelluloid hat er auch so gut wie nie geschaffen. Lange Zeit war einer seiner Regisseure der fast schon legendäre Trash-Regisseur Jess Franco, der mit seinen WIP-Filmchen, typischen Softpornos und der ein oder anderen Sex-Horror-Mischung oft unter Dietrichs Leitung stand und dabei natürlich genau solchen Schmuddelkram erstellte wie Dietrich, ab und mal in recht unterhaltsamer Form, mindestens genauso oft aber auch einfach nur auf öde Art und Weise. Aber Dietrich war nicht nur als Produzent tätig, auch auf dem Regiestuhl hat er öfters gesessen, wenn auch meist unter Pseudonym. Bei "Mädchen die nach Liebe schreien" nannte er sich Michael Thomas und er produzierte einen ganz typischen Film seiner Art, der aber leider ebenfalls schnell langweilt.
"Mädchen die nach Liebe schreien" ist wirklich ein ganz typischer 70er-Jahre Softporno-Streifen wie er im Buche steht. Ein Film bei dem der Sex die komplette Handlung einnimmt. Ganz dünn herumgeflochten mit einer Story, die wirklich kaum der Rede wert ist. Es geht im Grunde um die immergeile Stute Christa, die sich mit einem Fotographen verbündelt und diesem von ihrem umfangreichen Sexleben erzählt, der wirklich in jedweder Form von statten ging. Immer geil und jedem Mann willig, hat sie dabei wohl mehr Sex, als das gesamte Personal der Hamburger Reeperbahn zusammen.
Von den gut 74 Minuten, die der Film nur geht, sind maximal 5 Minuten vorhanden, in denen nicht gepoppt wird bzw. in denen die Hauptdarstellerin nicht nackert durch die Gegend hüpft, ansonsten ist dieser Streifen wirklich Sex pur. Eine Sexszene reiht sich an die nächste, Masturbation, Reiterstellung, "von vorne", "von hinten", wirklich nichts wird von Dietrich hier ausgelassen, abgesehen vom Oral-Sex, der zu dem Zeitpunkt entweder nicht sonderlich in war oder schlichtweg vergessen wurde.
Dabei sind die Sexszenen aber nur sehr selten länger als 2-3 Minuten. Wie schon bei den Franco-Filmen, so ist Dietrich auch bei seinen eigenen Filmen ein Freund der schnellen Schnitte, der lieber duzende von unterschiedlichen Vögelein in seinem Streifen unterbringt, als einige wenige die dafür länger dauern. Zumeist werden diese dann noch ständig von einigen dämlichen Zwischensequenzen unterbrochen, in denen Dietrich die Fantasien der Hauptdarstellerin zeigt, wärend diese gerade beim schaffen ist. Höhepunkt dürfte dabei wohl eine etwas längere Masturbationsszene sein, die aber nur in Sekundenbruchstücken gezeigt wird, während man in der restlichen Zeit eine Zirkussequenz zu Gesicht bekommt, in der Christa in einer Kiste liegt und von Schwertern durchbohrt wird. (Zitat des Zirkus-Ansagers als Blut aus der Kiste fließt: "Da scheint wohl jemand noch Jungfrau gewesen zu sein"!)
Erotisch ist das Gezeigte dabei aber nur höchstselten, pornographisch ebenso wenig. Zwar ist Dietrich, wie so oft, nicht gerade zimperlich und doch recht zeigefreudig (es gibt sogar kurz mal ein paar HC-Bilder zusehen, an denen sich Christa aufgeilt), womit die FSK 18-Freigabe der DVD auch vollkommen legitim ist, aber wenn man sich den Film als Film anschaut, langweilt man sich doch ziemlich schnell zu Tode, da eben wirklich nichts anderes gemacht wird, außer ständigem herumgepoppe. Na und wenn man sich das Treiben nur anguckt, um davon irgendwelche Gefühle zu bekommen, dann geht das Ganze ebenfalls in die Hose (oder eben gerade nicht;)), denn dafür sind die einzelnen Sex-Sequenzen einfach zu kurz und jede Videothek hat da schärferes Zeug zu bieten.
Auf die grausigen Darstellerleistungen gehe ich jetzt mal ganz bewusst nicht ein, denn bei so einem Film zählen ja eigentlich eh nur die Schauwerte. Und diese gehen dann doch durchaus in Ordnung. Hauptdarstellerin Christa Free sieht soweit ganz attraktiv aus, auch wenn sie leider fast jede der Sexszenen an sich reißt und es somit kaum anderes nacktes Fleisch zu betrachten gibt (von einzelnen Ausnahmen mal abgesehen). Der restliche Cast ist nicht der Rede wert!
Fazit: Langweiliges Popp-Filmchen Marke Dietrich, dass zwar fast ausschließlich nur "das Eine" zu bieten hat, dabei aber dennoch (oder gerade deswegen) recht schnell ziemlich langweilig wird. Mag Hauptdarstellerin Christa Free auch recht gut aussehen, so will man bei so einem Streifen doch auch mal ein paar andere Nackedeis sehen, als immer nur die Gleiche. Und weil Dietrich seine (wirklich massigen) Sexszenen auch noch allesamt so verdammt schnell schneidet, ist der Film auch als nostalgischer Scharfmacher nicht zu gebrauchen, trotz Dietricher Freizügigkeit. Fans der 70er-Schmuddelware können zwar mal einen Blick riskieren, sind aber beim "Schulmädchen-Report" doch unterm Strich besser aufgehoben. Ansonsten eher: Finger weg!
Wertung: 2,5+/10 Punkte