Warum nehmen Leute Salat mit ins Theater? Egal, darum geht es hier nicht und vermutlich war das auch nicht exakt die Frage, die sich der Neurochirurg Dr. Frederick Frankenstein an einem bestimmten Punkt in seinem Leben gestellt hat. Viel interessanter ist, dass dieser Dr. Frankenstein, wenn er seinen Namen auch anders ausgesprochen haben möchte, ein Nachfahre eben des Namensträgers ist, der sich einst in der Erschaffung von Leben versuchte. Frederick erbt nun das Familienschloss und auch, wenn er den Forschungen seines Vorfahren ablehnend gegenübersteht, so erwächst in ihm nach seiner Ankunft in Transsylvanien ein ungekannter Drang, in dessen Fußstapfen zu treten.
Klingt nach einem schön altmodischen Grusler, der auch passenderweise gleich in Schwarzweiß daherkommt. Aber der Film ist von Mel Brooks, also hat es sich bald mit der Ernsthaftigkeit. Orientiert sich Brooks, der zusammen mit Hauptdarsteller Gene Wilder das Skript verfasste, in Grundzügen an Mary Shelleys bekanntem Roman, handelt es sich bei „Young Frankenstein“ letztlich um eine Mischung aus Komödie, Parodie und den Versatzstücken des Gruselfilms. Gefertigt in bewährter Manier eines Brooks-Films bekommt man daher auch so ziemlich genau das. Es gibt viele sehr witzige Sequenzen, dazwischen aber eben auch immer wieder kleine Durststrecken.
Dabei profitiert der Film von seinem Ensemble. Gene Wilder als Frankenstein bringt diese für eine Parodie notwendige Ernsthaftigkeit mit, Madeline Kahn als seine Assistentin Elizabeth hat Unterhaltungswert, die Begeisterung für Peter Boyle als Kreatur teile ich nicht in vollem Umfang. Das Skript spricht diesen Figuren aber auch nicht die witzigsten Zeilen zu. Diese hat unbestreitbar das Highlight des Films in Person von Marty Feldman als Gehilfe Igor. Es sind dabei nicht nur der Wortwitz und die flapsigen Bemerkungen, es ist auch Feldmans Art, dies transportieren. Mimik und Timing, die Betonung der Sprache, seine Auftritte bereichern jede Szene und wenn man lauthals lachen muss, dann meist wegen ihm.
Auch die Ausstattung ist stimmig, sichtbar klar orientierte sich Brooks an dem Klassiker von James Whale aus dem Jahre 1931 und auch an dessen Nachfolger. Das Schwarzweiß trägt zur Stimmung bei und visuell ist das hier hübsch anzusehen, insbesondere wenn man ein Herz für die alten Universal-Klassiker hat.
Mel Brooks' Ausflug in den komödiantischen Grusel ist überwiegend gelungen, gerade was die Optik und den Dialogwitz angeht. So hat „Young Frankenstein“ einige genial-komische Szenen, kann dieses Niveau aber nie lange halten. Trotzdem, und das liegt auch an dem herausragenden Marty Feldman, gibt es genug Witz und ein insgesamt gelungenes Skript, sodass man hiermit eine sehr unterhaltsame Zeit haben kann.