Ab einem gewissen Alter oder Reifegrad weiß Mann, dass er seinen Schwanz besser nicht überall hineinsteckt. Dazu zählen neben Staubsaugerrohr, fünf Kilogramm Hackfleisch und das nicht verhütende Schäferstündchen auch Dinge, die von außen betrachtet gar nicht erfasst werden können. Wie eine schwarze Holzkiste mit runder Öffnung, einem Pfeil und der Aufschrift „Stick it in here“.
Jerry ist geknickt, weil er vermutet von seiner Frau betrogen zu werden. Sein bester Kumpel Mike versucht ihn mit einer Überraschung auf andere Gedanken zu bringen und führt ihn zum Etablissement von Madame Zhora. Doch nicht eine Dame des Hauses soll es sein, sondern das „Special“. Kurz darauf befindet sich Jerry in einem Raum mit einer Holzkiste und wagt nach einigem Zögern den entscheidenden Schritt. Einen, der nicht sein letzter sein soll…
Als eine überschaubare Episode von „Tales from the Crypt“ oder „Masters of Horror“ hätte das Konzept in komprimierter Form wahrscheinlich gut funktioniert. Doch als abendfüllendes Werk treten im Verlauf einige Mankos zutage, wie die wenig überzeugenden Mimen, die eintönigen Sets und die flachen Dialoge, welche die üble Synchro noch verstärkt.
Zudem ist Jerry alles andere als ein Sympathieträger, denn er blafft nahezu jeden grundlos an, wirkt latent arrogant und unfreundlich, was sich im Zuge von Sucht und Besessenheit natürlich noch verstärkt.
Das große Geheimnis ist folgerichtig der Inhalt der ominösen Lustbox, welche Jerry derart stimuliert, dass er nicht mehr davon lassen kann. Diesbezüglich hält sich die Erzählung bis zum letzten Akt zurück, doch bis dahin dominieren über weite Teile Monotonie, Spannungsarmut und ein überdosierter Score, der beinahe in Wiederholungsschleife läuft.
Das Finale rettet schließlich noch ein wenig, es kommt zu Passagen von Body Horror, der in Teilen an Werke von Cronenberg erinnert, zumal die handgemachten Effekte durch die Bank überzeugen und die Pointe einigermaßen gelungen ist.
Immerhin werden die Akte mit der Kiste nicht der Lächerlichkeit preisgegeben, was bei solch einer skurrilen Begebenheit rasch der Fall sein kann. Dennoch stellt sich letztlich die Frage, ob rund eine Stunde Langeweile in Kauf zu nehmen ist, wenn erst der Showdown ein gesteigertes Interesse schürt und die Chose zu einem passablen Ende führt. Dafür ist der schmal budgetierte Streifen doch von zu vielen Schwachstellen durchzogen.
Knapp
4 von 10