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Die Idee, Extremitäten wie Arme und Beine durch Waffen zu ersetzen, wurde durch Tarantino und Rodriguez per Grindhouse erneut angeheizt, obgleich sie zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr neu war. Im Grunde ist der Ansatz nur eine konsequente Fortführung der Frankenstein-Theorie, was an sich viel Raum für Trash böte, - allerdings nimmt Regisseur Andrew Thomas Hunt sein Werk viel zu ernst.

Die vierköpfige Frauenband um Emma (Emily Alatalo) tourt gerade in der Provinz, als sie nach einem Gig eine Panne haben. Rasch sind ein Polizist und ein Abschleppdienst zur Stelle, doch als die vier auf einem Schrottplatz erwachen, sind die jeweiligen rechten Unterarme durch Waffen ersetzt worden. Fortan müssen sie sich in einer Arena blutigen Auseinandersetzungen unter den Augen des Publikums und des Imperators (Julian Richings) stellen, um weiterhin zu überleben…

Der Einstieg suggeriert beinahe einen Partyfilm, als es noch während des Konzerts durch eine aufdringliche Person zu einer Keilerei kommt, die sich rasch zur Massenschlägerei entwickelt. Hier offenbaren die Damen bereits ihre Schlagkraft, die sie später noch dringend benötigen, doch außerhalb dessen fallen die Figurenzeichnungen reichlich dürftig aus und sympathisch erscheint das Quartett nicht gerade.

Obgleich Richings als einziger eine halbwegs angemessene Performance als Antagonist hinlegt, kommen die bösen Wichte ebenfalls nicht überzeugend rüber und bis auf die Tatsache einer sektenartigen Gemeinschaft mangelt es an garstigen Eigenschaften.
So wird in unregelmäßigen Anständen in der so genannten Eisenarena gegen namenlose Gegner gekämpft, was zuweilen durch Flackerlicht oder überstrapazierte Farbfilter negativ beeinträchtigt wird.

Zwar gibt es einige solide handgemachte Gewalteinlagen, doch die FSK sah sich genötigt, eine ganze Reihe davon zu entfernen zu lassen, was an einigen Stellen nur allzu deutlich zu sehen ist. Dazwischen wird viel zu ausgiebig geredet, wodurch stets ein wenig Leerlauf entsteht. Überdies bleibt das Treiben zu eindimensional, es gibt kaum Entwicklungen und der Schauplatz des Schrottplatzes nutzt sich im Verlauf merklich ab. Das alles wäre nicht so tragisch, wenn es denn zwischendurch einige Auflockerungen gäbe, doch der Stoff findet weder ein Augenzwinkern, noch sucht er sich Raum für Situationskomik.

So nutzt sich die taugliche Prämisse erschreckend schnell ab, die Kämpfe reißen letztlich nicht viel, zumal sich die metallisch aussehenden Waffen als billige und leicht wackelnde Plastikteile entpuppen und vorher angesprochene Gimmicks einer Waffe im Kampf erst gar nicht zum Einsatz kommen. Ein minimaler Twist gegen Ende vermag das Ruder nicht mehr herumzureißen und aufgrund mangelnder Dynamik liegt der Gesamteindruck deutlich unterm Durchschnitt.
4 von 10

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