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Die Waffen der Mauen


Eine schlagfertige Frauen-Punkrockband wird auf einem abgelegenen Schrottplatz von einer barbarischen Sekte entführt, die an das alte Rom gekreuzt mit der texanischen Kettensägenfamilie erinnert. Es werden vor gaffenden Zuschauern Kämpfe ausgetragen, in denen die knackigen Mädels partizipieren müssen - und zwar mit frisch an die Extremitäten geschraubte und operierte Waffen wie Beile, Sägen und Speere…!

Welcome To The Flunderdome!

„Spare Parts“ schlägt als Grindhousereminder natürlich in die Kerbe von Roger Corman und Co., blutig und cheesy, sexy und saftig, exploitativ und in gutem Maße augenzwinkernd. Jedoch mit ganz fetten Abstrichen in nahezu allen Bereichen. Oder zumindest bei fast jedem Pro mit einer dicken Medaillenkehrseite. Es gibt einige nette Zitate und Hommagen von Genreklassikern, doch besonders clever wirkt das nie. Der Soundtrack als Mischung aus Punkrock und Synthie ist okay, hätte aber noch viel mehr Druck und Dreck gebraucht. Einige Goreszenen sind handgemacht und klasse, andere strotzen dann wieder vor CGI-Blut und blöden Wegschnitten. Die Mädels sind heiss, die Story ist flach und kaum vorhanden, durch die Logiklöcher passen Monstertrucks. In der Mitte gibt’s zudem eine echte Hängepartie aus Langeweile und Leerlauf. All das macht „Spare Parts“ spärlich gut. Und das ist bei den vielversprechenden Komponenten schon ziemlich enttäuschend.

Fazit: splattrig aber nur mäßig spaßig, feministisch aber nicht wirklich sinnvoll, rebellisch aber eher aufgesetzt - „Spare Parts“ wirkt wie ein Arena-B-Movie ohne Esprit, Schwung oder zu erwartendem Sexappeal. Lieber „Green Room“ oder „VFW“ gucken. Oder die asiatischen Splatterplatten a la „Tokyo Gore Police“ oder „The Machine Girl“. Oder nochmal „Mad Max“ oder „Battle Royale“. Es gibt in allen Epochen viele bessere Möglichkeiten als dieses mittelprächtige Ersatzteillager. Selbst wenn es nie weh tut. 

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