Ein leiser Invasorenfilm klingt zunächst wie ein Paradoxon, denn wenn die Erde überrannt wird, dann doch mindestens mit der brachialen Wucht eines Roland Emmerich. Reicht das Budget hingegen vorne und hinten nicht aus, gestaltet man die Eindringlinge etwas kleiner und flauschiger, quasi wie die „Critters“ für die Generation Y.
Das Paar Su (Sunita Mani) und Jack (John Reynolds) will dem digitalen Alltag in New York entfliehen und sich für eine Woche in eine abgelegene Waldhütte ohne jeglichen technischen Schnickschnack zurückziehen. Deswegen entgeht ihnen die Alieninvasion der Pouffes, die sich in erster Linie von Ethanol ernähren und auch vor Menschenopfer nicht zurückschrecken…
Es dürfte nicht nur die Millennials betreffen, die oft als Paar nebeneinander her leben und mit ihren digitalen Oberflächen mehr beschäftigt sind als den anderen so richtig wahrzunehmen. Entsprechend wird das Paar in ihren Dreißigern vorgestellt, welches während einer Hochzeitsfeier den Wink erhält, es mal ohne Handy und Laptop zu probieren, um ein neues „Wir“ zu ergründen. Da fallen schließlich so ungewöhnliche Sätze wie „ich möchte wieder Vegetarierin sein“.
Die beiden Hauptcharaktere (alle anderen bleiben namenlose Passanten) schwanken zwischen skurril, nervig und sympathisch, wobei letzteres überwiegt, zumal das gute Timing viel ausmacht und die Chemie zwischen den beiden absolut stimmig ist. Während er sich als Nerd eher nutzlos fühlt und tatsächlich weder Holzhacken noch Feuer entzünden kann, ist sie häufig ein wenig zerstreut, wobei ihre großen Kulleraugen mit indischen Wurzeln in vielen Situationen unweigerlich ein leichtes Schmunzeln hervorrufen. Und immerhin fällt den beiden genügend ein, um die Zeit vor der Konfrontation einigermaßen zu überbrücken und sei es nur durch unbeholfen wirkende Anmerkungen („ist die Sternschnuppe da direkt auf der Erde gelandet?“).
Die Erscheinung der Pouffes ist selbstverständlich dem kaum vorhandenen Budget geschuldet. Denn die entpuppen sich als braune bis beige Fellkugeln ohne Gesicht, welche ab und an ihre dünnen Waffen ausfahren, um anzudocken oder Löcher zu bohren, gleich eines roten Seils mit Karabiner, Bohrer oder Ansaugplättchen. Diesbezüglich sind keine Schauwerte zu erwarten und auch zum Finale wird nicht sonderlich aufgetrumpft. Wobei das eher plötzlich eingeläutete Ende ein wenig ideenlos daherkommt, jedoch einen durchaus positiven Effekt hinterlässt.
Für eine reine Gesellschaftssatire fehlt der rechte Biss, für eine Komödie verläuft der Stoff zu seicht und unpointiert und doch haftet dem Treiben ein latenter Sympathiebonus an, wozu die Mimen in nicht unerheblichem Maße beitragen. Das flotte Erzähltempo kaschiert so manch kreativen Durchhänger und am Ende fehlt das gewisse Etwas, um sich auf positiver Ebene deutlicher hervorzutun.
Knapp
6 von 10