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Lange Zeit galt Vlad Tepes als Inspirationsquelle für Bram Stokers „Dracula“, doch es könnte sich auch um die Legende von Abhartach handeln, welcher einige Jahrhunderte vorher sein Unwesen in Nordirland trieb. Zumindest dient jene Sagengestalt Autor und Regisseur Chris Baugh als Kern für seine Horrorkomödie.

Im verschlafenen irischen Kaff Six Mile Hill geben sich die Jugendlichen um Eugene regelmäßig dem Alkohol hin, wenn sie nicht gerade die wenigen Touristen erschrecken, die das Steingrab eines angeblichen Vampirs besichtigen. Bei Arbeiten für eine Umgehungsstraße wird jenes Grab freigelegt und das Schicksal nimmt seinen Lauf…

Die Kulisse Irlands ist ein hervorragendes Stückchen Landschaft, um atmosphärische Momentaufnahmen zu kreieren, gleiches gilt für Wales, wo über weite Teile „American Werewolf“ gedreht wurde und auf den es hier gleich mehrere Anspielungen gibt.
Zunächst lässt sich die Erzählung jedoch relativ viel Zeit, die wenigen Figuren und deren Relationen zu durchleuchten, einschließlich einer problematischen Vater/Sohn-Beziehung. Einige Aspekte tendieren gar in Richtung Sozialkritik, wenn junge Menschen in einer derart provinziellen Umgebung rein gar keine Perspektive sehen oder ein vermeintliches Wahrzeichen aufgrund von Modernisierung schlicht geplättet werden soll.

Als der erste zombieartige Vampir im Bereich der Baustelle in Erscheinung tritt, liefert Baugh einige Szenen über das, was man bestenfalls von einer schwarzhumorigen Komödie erwarten dürfte. Ansonsten wird das Potenzial für Situationskomik und augenzwinkernde Sprüche deutlich zu selten ausgeschöpft und auch die Gewalteinlagen halten sich hinsichtlich der FSK16 eher in Grenzen. Neben einer Stange im Körper gibt es einen Kehlenschnitt und eine Axt im Bein, während kleine Blutstraßen im Ort via CGI ganz ordentlich in Szene gesetzt sind.

Was bei alledem einigermaßen bei Laune hält, ist das Zusammenspiel der Figuren, was über weite Teile für Leichtfüßigkeit sorgt. Die Mimen sind absolut treffend besetzt und mit sichtlicher Spielfreude bei der Sache und auch die Auswahl an Songs ist größtenteils gelungen, wobei der Score ebenfalls sauber abgestimmt ist.

Mit der Bedrohung des eigentlichen Vampirs hält sich die Chose leider deutlich zurück, denn hier hätte man speziell beim Showdown deutlich mehr herauskitzeln können, zumal die Gestalt durchaus effektiv in Szene gesetzt wurde. So bleibt am Ende nicht mehr, als eine manchmal charmante, zuweilen etwas zu geschwätzige Komödie, der schlicht die verrückten Ideen fehlen, um sich deutlicher von der Masse abzuheben.
6 von 10

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