Scherben bringen (kein) Glück
„Lucky“ erzählt von einer jungen Schriftstellerin, die eines nachts von einem männlichen, maskierten Angreifer in ihrer Wohnung attackiert wird. Doch als sei das nicht gruselig und schlimm genug, sagt ihr Freund eiskalt und achselzuckend, dass dies ja scheinbar normal ist und dieser Mann jede Nacht käme… woran die verständlicherweise zutiefst verunsicherte Schriftstellerin und Feministin allerdings keine Erinnerung hat…
Wäre ein Kurzfilm sinnvoller gewesen?
Frauen sind nirgendwo sicher. Männer sind Schweine und unberechenbar. Jeder Mann kann gefährlich werden. Gewalt gegen Frauen ist Alltag und „ganz normal“ geworden. Wem solche Aussagen übel aufstoßen oder wem das etwas zu platt, simpel, eindimensional erscheint, wird mit „Lucky“ nicht allzu viel Freude haben. Wer jedoch über diese sehr beschränkte Weltsicht hinwegsehen kann, bekommt… leider auch keinen allzu guten Home Invasion-/Murmeltiertag-Cocktail. Brea Grant spielt aufopferungsvoll und klasse. Anfangs sind durchaus noch Spannung und Neugier da, warum in dieser Welt mit einem Einbruch und Angriff jede Nacht von allen außer unserer Protagonistin so beiläufig umgegangen wird. Doch die Auflösung und sich kaum steigernde, sich nur noch wiederholende zweite Hälfte machen diese sehr guten Ansätze etwas zunichte. Als Shorty wäre das glaube ich knackiger und punktierter gewesen. So wird’s irgendwann nervig und der Punkt, den die Regisseurin hier berechtigterweise machen will, verläuft etwas im Sand und ist viel schneller klar, als der Film dann überhaupt eine Geschichte in Gang kriegen kann. Oder gar will. Denn hier geht’s meiner Meinung rein um die Idee, Metapher und Anklage.
Fazit: Happy Home Invasion Day - „Lucky“ ist metaphorisches Thriller-/Horrorheimkino der redundantischsten und theoretischsten Sorte. Kurz und knapp gedacht. Kurzweilig und doch… langweilig?!