Review

Mit Survival kennt sich der französische Filmemacher Mathieu Turi bereits ein wenig aus, denn sein Debüt „Hostile“ thematisierte ebenfalls einen Überlebenskampf. In vorliegendem Fall wird er jedoch auf engstem Raum bestritten, - hier ist noch weniger Platz als im offensichtlichen Vorbild „Cube“ von 1997.

Eben noch war Lisa (Gaia Weiss) als Anhalterin unterwegs, da erwacht sie in einem Stahlgehäuse, trägt eine Art Bodysuit und am Handgelenk ein sperriges Armband mit Leuchte und Zeitanzeige. Eine Schleuse führt sie in ein Tunnelsystem, in dem sie sich nur kriechend fortbewegen kann und Lisa bleiben jeweils nur acht Minuten, bis sie einer tödlichen Falle entgehen kann. Doch wer steckt hinter diesem röhrenartigen Labyrinth und ist sie die einzige Gefangene?...

Nach einem knappen Einstieg auf einer düsteren Landstraße wechselt die Szenerie in klaustrophobische Gefilde, die überwiegend aus Metall, zuweilen auch aus Glas bestehen.
Es scheint keine Überwachungskameras zu geben und niemanden, der Anweisungen erteilt, wobei die Fallen für sich sprechen und wenn sich innerhalb der verbleibenden Sekunden eine Art Nische auftut, empfiehlt es sich grundlegend diese zu erreichen, bevor etwa eine Feuersbrunst durch den Tunnel fegt.

Die Fallen oder potenziell tödlichen Hindernisse sind an sich nicht neu, zumal innerhalb der kargen Grundausstattung auch kaum mehr möglich wäre, als Feuer, Wasser, Säure oder unausweichliche Werkzeuge einzubinden. Ob Lisa ihren Überlebenskampf auf Dauer allein bestreiten muss, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, allerdings ist sie aufgrund einiger Leichen nicht die erste Person in diesem Labyrinth und neben einigen gut gestalteten Gewalteinlagen, die fast ohne CGI auskommen, ist anbei ein wenig Body Horror auszumachen.

Mit Konzentration auf nur eine Person wird erfahrungsgemäß wenig gesprochen und eher kurz gehaltene Flashbacks reichen nicht ganz aus, um die Figur der Lisa mehr als nur durchschnittlich erscheinen zu lassen. Dennoch ist ein Mitfiebern gegeben, da die Grundsituation einerseits sprichwörtlich beklemmend ist und andererseits die Frage im Raum steht, was es letztlich mit dem Konstrukt auf sich hat und wohin es führen mag.
Diesbezüglich ist ein wenig Interpretationsbereitschaft gefragt, trotz einiger recht eindeutiger Formulierungen.

Gaia Weiss bestreitet eine überzeugende One-Women-Strapaze, die auch körperlich nicht ohne gewesen sein dürfte, den Rest besorgt das zu Beginn etwas zu dick aufgetragene Make-up. Der unaufdringliche Score hält sich weitgehend im Hintergrund und bindet dennoch ein paar gefällige Themen ein, während an der Ausstattung mit der Konzentration aufs Wesentliche nichts auszusetzen ist. Zudem verstärkt die versierte Kamera die beengte Grundsituation und auch die Ausleuchtung ist trotz Einsatzes einiger Farbfilter stets angemessen.

Ähnlich wie bei den zahlreichen perfiden Fallen von „Saw“ stellt sich wie immer die Frage, wer ein solches Konstrukt herstellt und testet, vielleicht erübrigen sich derartige Fragen auch zuweilen mit der Auflösung. Zumindest schwingt dem Gesamtpaket nicht allzu viel Willkür mit, so dass sich etwaige Logikfragen weitgehend klären und die Pointe kein negatives Gefühl hinterlässt. Wer kein Problem mit engen Räumlichkeiten hat, könnte mal reinschnuppern.
7 von 10

Details
Ähnliche Filme