Ein Paar steigt mit ihrer kleinen Tochter in einem Hotel ab. Als sich unheimliche Ereignisse häufen, wollen sie verschwinden, doch sie können das Hotel nicht verlassen.
Ganz so generisch wie die Prämisse und der Titel klingen, ist der iranische Film zum Glück nicht geworden. Sonderlich innovativ ist die Geschichte um eine Art Spukhotel aber auch nicht, zumal Erklärungen weitgehend ausbleiben.
Die ersten zehn Minuten erleben wir das Paar bei einem Spieleabend mit Freunden. Die zweiten zehn Minuten streiten sie sich bei der Autofahrt. Ein glückliches Paar mit einjähriger Tochter sieht anders aus und leider reicht die Zeit locker aus, dass man von dem zänkisch-zickigen Paar bereits zu Beginn die Nase voll hat.
Folgerichtig gestaltet sich die erste Hälfte des Films recht zäh, zumal die unheimlichen Ereignisse doch recht langsam in Erscheinung treten. Da wird geklopft, Schritte sind zu hören, aber nie ist jemand zu sehen. Ein gerufener Polizist, sehr charismatischer Charakterkopp Typ Corbin Bernsen, fühlt sich zurecht verspottet, reißt uns Zusehende aber wieder aus der längst aufgekommenen Lethargie.
Immerhin schafft es die Location zwischenzeitlich eine schöne Atmosphäre aufzubauen, so dass im Verlauf, wenn das Paar doch mal an einem Strang zieht, sogar etwas Spannung aufkommt. Das liegt vor allem auch am guten Spiel aller Beteiligten. Deren wachsende Unruhe ist schon deutlich spürbar.
Nur leider wird das nicht aufrecht gehalten, die Spannung flacht ab und die letzten zwanzig Minuten, in denen man sich total und super logisch unbedingt trennen muss, ziehen sich erneut bis zu einem Finale, das schlicht lame und unbefriedigend ist. Ich hätte wenigstens gern gewusst, welche Rolle die schwarze Katze spielt, die immer wieder auftaucht und beobachtet. Aber auf Erklärungen kann man natürlich auch verzichten.
Große Klasse sind Sounddesign und Kameraführung. Letztere bleibt dicht, teils bildschirmfüllend, an den Figuren, so dass man unweigerlich auf etwas im Hintergrund lauert und lauscht und creepy Sounds gibt es einige zu hören.
Summasummarum ergibt das einen Psychothriller, der vorn und hintenraus lahmt, aber eine stimmungsvolle Mitte hat und vom guten Spiel des Casts und der Atmo des Hotels lebt. Das ist mir insgesamt aber zu wenig.