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Der „Toll Man“ ist nicht zu verwechseln mit dem „Tall Man“, dem Antagonisten, der in der Reihe „Das Böse“ sein Unwesen trieb. Vielmehr deutet der Zollmann auf eine Variante des klassischen Fährmannes hin, der im Bereich Horror und Mystery-Thriller etwas mehr als nur eine schnöde Goldmünze einfordern dürfte.

Recht erschöpft ordert Cami vom Flughafen aus ein Taxi, welches sie zur abgelegenen Farm ihres Vaters bringen soll. Spencer, der etwas merkwürdige Fahrer, befindet sich nicht unweit vom Zielort im nächtlichen Wald, als ihm jemand oder etwas vor den Wagen läuft, wonach das Fahrzeug nicht mehr anspringt. Cami versucht es daraufhin allein und entdeckt einige Umleitungsschilder und landet kurz darauf wieder beim Taxi, - obgleich sie nur geradeaus gegangen war…

Der halbwegs erfahrene Zuschauer weiß natürlich bereits vor den beiden Protagonisten, dass hier höchstwahrscheinlich keine böswilligen Landeier ihren Schabernack treiben, wonach sich die mysteriösen Begebenheiten mehren. Autor und Langfilmdebütant Michael Nader gelingt es primär im ersten Drittel, mit recht simplen Mitteln eine unheilvolle Atmosphäre zu kreieren, was nicht selten an „Tanz der Teufel“ erinnert. Dabei fährt er gar nicht mal die großen Geschütze auf. Zuweilen reicht ein spielendes Grammophon, das mitten im Wald auftaucht.

Lange Zeit lebt die Situation von Unwissenheit und gegenseitigem Misstrauen, was die Entität offenbar geschickt auszunutzen versucht, indem regelmäßig Trugbilder und Täuschungen eingesetzt werden. Das geht im Verlauf gar in recht intime Gefilde, was ebenfalls aus einigen Genrevertretern der 80er unter Mitwirkung von Dämonen bekannt ist.

Leider lässt die Spannung in der zweiten Hälfte etwas nach und mit ihr das Rätselraten um die Bedrohung und dem Sinn dahinter. Zwar folgt gegen Showdown noch ein Twist, doch genau der lässt das Finale zu hastig abgehandelt erscheinen. Ein paar Fakten mehr und eine dramaturgisch ausgereifte, finale Konfrontation hätten wahrscheinlich für einen besseren Gesamteindruck gesorgt.

Schlecht ist dieser allerdings nicht, denn die wesentlichen Mimen performen mindestens okay, der Score ist tauglich und das simple Setting vermag mithilfe einiger stimmungsvoller Requisiten und Erscheinungen für eine angemessen düstere Atmosphäre zu sorgen.
Ist kein großer Knaller, aber als Happen für Zwischendurch passabel.
6 von 10

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