Review
von Leimbacher-Mario
Anonyme Killerholiker
Ein vollkommen verunsicherter Horrornerd gerät zufällig in ein geheimes Therapietreffen der wildesten Serienkiller des Landes - was natürlich zu einigem Blutvergiessen wie auch Lachern führt...
„Vicious Fun“ ist die Art von Genrebömbchen, die ich unheimlich gerne sehe. Ungehemmt, selbstbewusst, äußerst brutal und doch meist mit einem diabolisch-sympathischen Lächeln auf den Lippen. Verschmitzt und blutverschmiert. Horrorkomödie, aber härter als 90% der „echten“ Horrorfilme. In den richtigen Momenten witzig, in den richtigen Momenten ernst bei der Sache. Mit Abstand der beste Film bisher von Cody Calahan, irgendwo zwischen „The Guest“ und „Murder Party“, zwischen „Fright Night“ und den „Hotline: Miami“-Games. Halloweenfutter für hartgesottene Humorliebhaber. Slasher, Charakterentwicklung, Verrücktentreffen. Von Fans für Fans gefühlt. Ohne Kompromisse, zum Glück mit Möglichkeiten und Anspielungen auf eine Fortsetzung. Der Protagonist/Hauptdarsteller schießt manchmal overactend und gekünstelt etwas übers Ziel hinaus, verlässt jedoch nie gänzlich die Zone eines Sympathieträgers. Dezent meta. Retrofeeling ist da, aber nie übertrieben oder ohne eigene Vibes und Fingerzeig Richtung Zukunft. Beleuchtung ist klasse, Herz pocht an der richtigen Stelle, Härte hat hammer Ausschläge drin. Hätte ich gerne auf einem Festival mit Publikum gesehen, nicht nur online. Passt. Sitzt. Bockt.
Fazit: spaßig, nerdig, derb und toll - „Vicious Fun“ ist zwar eher für den hohlen Zahn, wird seinem Titel aber absolut gerecht!