Review

Gesamtbesprechung

Star Trek - The Next Generation (abgekürzt: TNG) spielt chronologisch rund 100 Jahre nach der ursprünglichen Originalserie (gern mit TOS für "The Original Series" abgekürzt).

Die neue Enterprise ist nicht nur moderner als die Ur-Enterprise, auch das Layout der TNG-Serie ist wesentlich aufgefrischt.

Schon in den ersten Folgen wird klar, daß hier ein neuer Geist weht.

  • Er versammelt nicht mehr (wie in TOS üblich) seine gesammelte Führungsmannschaft, um neue Planeten oder sonstwie suspekte Objekt höchstpersönlich in Augenschein zu nehmen, sondern stellt stattdessen ein situationsbezogenes Aussenteam zusammen, das in der Regel von seinem 1.Offizier angeführt wird, und neben benötigten Spezialisten auch "einfache" Crewmitglieder enthält, die (ein Novum zu TOS) im Regelfall von diesen Einsätzen auch lebend zurückkehren.
  • Bei auftretenden Problemen konsultiert er immer die ihm zur Verfügung stehenden Spezialisten
  • Besprechungen moderiert er mit Einleitungen, vermittelt in "hitzigeren" Diskussionen, faßt zusammen und überträgt gezielt Aufgabenpakete in die Verantwortung der jeweiligen Spezialisten mit konkreten Erledigungs- und Rückmeldungsterminen
  • bei auftretenden Problemen und vor Entscheidungen hört er seine Führungscrew an, bittet um Vorschläge und entscheidet erst nach Abwägung der Pro und contra-Argumente
  • Er achtet die Persönlichkeiten seiner Mitarbeiter insbesondere auch durch
    • Dank für Arbeitsergebnisse
    • Lob und Anerkennung bei guten Leistungen
    • Führung ggfs. erforderlicher Kritikgespräche nur unter 4 Augen
  • Die Sicherheit des Schiffes und seiner Besatzung haben für ihn immer oberste Priorität
  • Wenn er die Brücke verläßt, meldet er sich ab und übergibt in den seltenen Fällen, an denen er von Bord geht, auch immer ganz formell das Kommando
  • In kritischen Situationen informiert er immer auch die Besatzung

Regularien und Formvorschriften, wie sie auf einem Schiff dieser Größenordnung unerläßlich sind, werden in erster Linie durch den ersten Offizier (Nummer eins) WIlliam "Will" Riker (Jonathan Frakes) durchgesetzt. Anfangs noch recht hitzig und empfindlich, entwickelt sich der Charakter im Laufe der Zeit zu einer absolut loyalen "Bank", auf die sein Chef sich blind verlassen kann und dies auch tut. (Ähnlich blindes Einvernehmen entwickelten TOS-Charaktere erst in den späteren Kinofilmen)Die zwischen ihm und dem Schiffs-Counselor Deanna Troi (Marina Sirtis) bereits zu Beginn der Serie bestehende "Beziehung" ist ebenfalls ein neues (vielfach gescholtenes Sitcom-)Element in TNG. Die Charaktere entwickeln (fast wia im richt'gen Leben) im Laufe ihrer Zusammenarbeit persönliche Zu- und Abneigungen, die auch (ebenso realistisch) bisweilen die Diensterfüllung behindern können. ( Es menschelt einfach mehr in TNG und das hat mir sehr gut gefallen.)Die Rolle des intellektuellen Tausendsassa übernimmt der Android Data (Brent Spiner) der ebenso wie sein TOS-Pendant Mr.Spock die Menschen nicht versteht und keinerlei Gefühle besitzt, jedoch ganz im Gegenteil zu seinem Vorgänger alles daran setzt, dieses "Defizit" zu beseitigen. Anders als der "altkluge" Spock, kommt Data mit geradezu kindlicher Naivität daher.Als weitere "technische Neuerung" bleibt das Holodeck zu erwähnen, das als eine Art reales-3D-Kino eine neue Dimension von Interaktionen mit Programmen und reichlich Spielraum für Geschichten in jedem denkbaren Rahmen ermöglicht.
Endlich erfahren wir, was Raumschiffbesatzungen so in ihrer Freizeit treiben ;-D
Nebenbei lieferte uns das auch nette Episoden a la "Schiff in der Flasche"

Die Facetten der TNG-Folgen beinhalten klassische SF-Themen, Kriminal- und Spionagefälle, Kriegsepisoden und Beziehungsintrigen und -komödien. In den meisten Folgen spielen zwei parallele Handlungsstränge auf verschiedenen Ebenen.

Wegem "hohen Realitätsfaktor" (so könnte es sein) gebe ich glatte 10 von 10

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