Achtung, Spoiler!
Auf die Erde rast ein Meteor zu und dem NASA-Leiter Billy Bob Thornon bleiben 18 Tage, um das Ende der Menschheit zu verhindern. Er ist gezwungen ein Ölbohrteam auf den Himmelskörper zu schicken, damit diese ein Loch bohren und in einer Tiefe von 250 Metern eine Atombombe zünden, um den Planeten in zwei Teile zu sprengen, die an der Erde vorbeifliegen.
Die Story ist lächerlich und komplett übertrieben. Natürlich ist sie so einfach gestrickt, dass sie jeder ohne geistige Höchstleistungen verstehen kann und enthält alle üblichen Wendungen und Elemente eines kommerziellen Action-Films. Darüber hinaus ist der Film unglaublich patriotisch, die Amerikaner spielen sich einmal mehr als Retter der Menschheit auf (aber immerhin gönnten sie den Russen wenigstens einen Retter) und die Raumschiffe heißen Independence und Freedom (Freiheit und Unabhängigkeit). Die Charaktere sind natürlich ebenso klischeehaft. Das Ölbohrteam besteht aus furchtlosen, mutigen, tapferen und unerschrockenen Helden und die NASA-Mitarbeiter beweisen natürlich, dass sie keine überflüssige Behörde managen.
Unterhalten kann der Film dennoch sehr gut. Bei der Eröffnungs-Sequenz fallen einige kleinere Meteoriten auf die Erde und zerstören ganze Großstädte. Doch die spannende und bedrohliche Atmosphäre wird früh zu Gunsten von diversen Witzen gelockert. Diese können jedoch gut unterhalten und machen das Bohr-Team um Bruce Willis zu einer sympatischen Truppe. Das Trainings-Programm ist sehr humoristisch und nicht mit dem nötigen Ernst inszeniert, unterhält aber ebenfalls perfekt.
Dann geht es endlich in den Weltraum. Die Schiffe docken erste einmal an der russischen Raumstation Mir an und tanken neuen Treibstoff. Da die Mir duch ein Leck in einer Leitung schwer beschädigt wird, müssen sie den russischen Kosmonauten Peter Storemare mitnehmen. Ab der Landung auf dem Meteor beginnt die furiose und spanndende zweite Hälfte des Films, die Action und Hochspannung non-stop bietet. Es gibt einige Rückschläge und durch das Ausrasten des Crew-Mitglieds Steve Buscemi, duch die Erdbeben auf dem Meteoriten und da die NASA plante, die Bombe zu früh zu zünden, wird eine spannende und bedrohliche Atmosphäre erzeugt.
Die Love-Story zwischen Willis´ Tochter Liv Tyler und seinem besten Mitarbeiter Ben Affleck ist ebenso berechenbar und klischeehaft. Zum Glück handelt es sich aber nur um eine Nebenhandlung und gestaltet den Film ein wenig spannender und bringt vor allem Dramatik mit in die Handlung, die ein großer Action-Epos benötigt.
Das Ende, an dem sich Willis, der von Anfang an etwas gegen die Beziehung von Liv Tyler und Ben Affleck hatte, für seinen "Schwiegersohn" opfert ist natürlich dramatisiert und spielt kalkulierend mit den Gefühlen des Zuschauers, ist aber dennoch eine gute finale Wendung, wenn man über die Melancholie hinwegsehen kann. Die Schluss-Sequenz, die die Hochzeit von Tyler und Affleck zeigt, beendet den Film würdig und lässt den Zuschauer mit einem guten Gefühl zurück.
Die Action-Sequenzen sind hervorragend und unterhalten den Zuschauer sehr gut. Die Filmmusik ist, wie bei jedem Michael-Bay-Film hervorragend und unterstreicht die heroischen Action-Szenen sehr gut. Auch bei Bild, Ton und Kulisse zeigt Bay einmal mehr, dass er sein Handwerk gut versteht.
Bruce Willis spielt gut und ist mal wieder ein knochiger, aber liebenswerter Held. Ben Affleck ist sehr selbstbewusst und zieht die Sympathie des Zuschauers auf sich, seine Darstellung ist wie immer eher mittelmäßig. Liv Tyler spielt Willis Tochter und Afflecks Geliebte, ihre Leistung ist gut und so schafft sie es den Film ein wenig emotionaler zu gestalten. Billy Bob Thornton spielt den verbitterten NASA-Direktor, der am liebsten selbst ins All geflogen wäre, wenn er keine Behinderung hätte. Seine Darstellung ist die mit Abstand beste, er schafft es durch seine düster Art Spannung zu erzeugen und durch seinen Pessimismus und Sarkasmus dem Ölbohrteam gegenüber schafft er es an den richtigen Stellen Lacher einzubringen. Will Patton spielt Willis engsten Vertrauten und kommt nach der Mission mit seiner Familie wieder zusammen, was auch ihn sehr liebenswert erscheinen lässt. Steve Buscemi ist einer aus dem Team, der auf dem Meteoriten durchdreht und so die Spannung erhöht. William Fichtner ist einer der, von der NASA mitgeschickten Astronauten und verucht anfangs das Team zu hintergehen, hält aber am Ende zu ihnen. Peter Stormare spielt den russischen Kosmonauten, ist ebenfalls liebenswert und überaus lustig. Michael Clarke Duncan und Owen Wilson sind in Nebenrollen zu sehen, über sie erfährt man nicht viel.
An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass mir klar ist, dass der Film weder ein Meisterwerk, noch filmisch von Belang ist, aber dennoch gefällt er mir sehr gut und bietet meiner Meinung nach mit Action, Spannung, Humor und Gefühl alles, was ein guter Film braucht. Mit Bay, Bruckheimer und Willis sind der beste Action-Regisseur (Seit Cameron), der beste Action-Produzent und der beste Action-Darsteller an einem Film beteiligt und das Endergebnis ist entsprechent fulminant.
Nach "the rock" und "bad boys" ist dies der erste konsequente und kompromisslose Action-Film von Michael Bay, bei dem wirklich alles auf die Action-Szenen zugeschnitten ist. Erst mit Transformers gelang es ihm Armageddon zu toppen.
Zusammenfassend ist Armageddon ein spannender Action-Film mit hervorragenden Action-Sequenzen, der wirklich alles bieten kann, um den Zuschauer hervorragend zu unterhalten und durch eine Star-Besetzung glänzen kann. Über die Klischeehaftigkeit und die schwache Story muss man einfach hinwegsehen können. Armageddon ist einer der fulminantesten Action-Filme aller Zeiten.