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Ich habe nix gegen dumme Filme, im Gegenteil, ich liebe diese sogar, seien es nun italienische Zombie-Schocker, indonesiche Fantasy-Gurken, Bruce Lee Filme ohne Bruce Lee oder weiss der Teufel. Wenn ich dann aber sehe, dass viele Millionen Dollar in derart geistlosen Trash wie "Armageddon" gepumpt werden, der ungefähr soviel Inhalt und Substanz wie ein japanischer Monsterfilm aufweist, jedoch dann allerortens als der Über-Film schlechthin angepriesen wird und die Masse der Kino-Gänger das auch noch schlucht, frage ich mich doch, in welcher Welt wir überhaupt leben. Hätten Bay und Bruckheimer mit der Kohle nicht einfach eine Freibier-Party finanzieren können? Oder eine öffentliche Toilette?
An die Story mit den im Schnellkurs zu Astronauten ausgebildeten Ölbohrern glaubt doch kein Grundschüler, zumal es andersrum zumindest etwas plausibler gewesen wäre. Man gibt sich zwar per überwältigendem FX-Bombast und famosen Schauspielern (u.a. Steve Buscemi & Billy Bob Thornton sowie Bruce Willis, der trotz dem seine Sprüche stetig flacher werden ja doch immer wieder gerne gesehen ist) alle Mühe, diese zu vertuschen, was aber bei mir z.B. nicht ganz zieht, da mir schlichtweg der hier dargebotene Patriotismus enorm auf den Zeiger geht. Man ist das ja von der Produktionsschmiede gewöhnt, aber hier nimmst es die bis dato schlimmsten Auswüchse an und schlägt zudem schon teilweise in Chauvinismus um, wenn man sich z.B. mal die Darstellung des russischen Astronauten betrachtet. Das unverhohlene Auf-Die-Tränen-Drüse-Drücken und die baysche Videoclip-Optik letztlich mögen Geschmackssache sein, rücken den Film aber auch nicht unbedingt in ein besseres Licht.
Fazit: pathetisch-patriotischer Mainstream-Schmarrn, nach dessen Genuss man doch beinahe schon die Ausfälle einer Hertha Däubler-Gmelin nachvollziehen kann. Nicht gänzlich unspannend, das ganze, aber sooooo erschreckend platt...

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