Kometeneinschläge, Taxifahrer schreien ein bisserl rum, der Präsident der USA trifft eine Entscheidung, ein paar lustige Jungs werden von der Plattform ins Weltall geschickt - und ja, es gibt ein Happy End, is ja klar, die Welt wird gerettet, Bruce Willis hat's mal wieder geschafft und wir applaudieren.
Ohje, Schockschwerenot. Sinnentleerte Handlung wird mit weltrettender Dramaturgie versetzt und angeblich coolen Sprüchen aufgewertet. Das reicht ja nicht aus. Also muß ein egozentrischer Papa her der seine Tochter im besten Alter immer noch ganz ami-like als Kleinkind und asexuelles Wesen betrachtet und sich als Dauercholeriker aufspielt, jaja, da hat der Affleck Ben nix zu lachen! Was wäre Hollywood ohne Lovestory - oder: wie schaffe ich es egal in welchem Drehbuch, egal um was es geht, immer noch ne Lovestory mit reinzupacken. Da schauderts den Zuschauer, der sich stolzer Besitzer des Klein- UND Großhirns nennen darf.
Um was es geht braucht man kaum noch erwähnen. Und wie es ausgeht ist klar, bevor man auch nur eine einzige Kritik oder Inhaltsangabe gelesen hat. Es kann ja auch gar nicht anders sein, natürlich wird die Welt gerettet, wie hätten sonst die Zuschauer reagiert... der Film wäre gefloppt, nein, das kann sich Hollywood nicht leisten - die Schauspielerrechnungen wollen ja bezahlt werden. Da hätten wir wie bereits erwähnt Bruce und Ben, aber auch andere die sicher nicht für ein Trinkgeld angeheuert wurden: Mr. Thornton und Mrs. Tyler, sogar die beinahe in Vergessenheit geratenen Steve Buscemi und William Fichtner wurden aus der Versenkung vorgekramt.
Alle mimen sie Rollen, die jeder Anfänger der Dorf-Theater-AG genauso gut hinbekommen würde. Begründung: Mangelnde schauspielerische Leistung überspiele ich am ehesten dadurch, daß ich schreie, mich aufrege, lautstark lamentiere. Das ist einfach, effektiv und fordert wenig können - Grundregel Nr. 1 der Schauspielschule. Leider glänzen nahezu alle Hauptrollen genau damit. Schade! Mehr Tiefe hätte dem Film gut getan.
Überhaupt, etwas mehr Sinn und Verstand hätte man einbauen und unsinnige Szenen weglassen können. Der Dramaturgie hätts keinen Abbruch getan, aber vieles wäre nicht mehr so unsinnig und lästig überspitzt gewesen. Dieses permanente Ausreizen geht schnell auf den Wecker, stumpft ab und weckt Langeweile, obwohl es eigentlich recht spannend zugeht.
Es sind eben immer die Kleinigkeiten die sowas ausmachen. Schade, aber das hätte deutlich besser sein können. Wie beim Schulaufsatz: Thema gut gewählt, klare Struktur, verständliche Gliederung, nachvollziehbare Aufarbeitung - aber mangelndes Sprachvermögen, setzen, sechs. Ok, nicht sechs, aber (5/10).