Review
von aanrud
Armageddon ist ein knalliges Weltuntergangsszenario - Hollywood-Popcornkino "at its best" und es ist ein Film, der mich auch nach all den Jahren immer noch bewegt und das umso mehr, als dass ich inzwischen selber vierfacher Vater geworden bin (also eher kein "Vaterfilm").
Die Story selber ist eher herkömmlich. Da werden zu Beginn Astronauten von einem wahren Meteoritenhagel im All überrascht, einige der Brocken gelangen sogar auf die Erdoberfläche und richten zum Beispiel in New York heftige Zerstörungen an. Was die Welt noch nicht weiß, ist, dass dies nur die Vorboten eines größeren Unglücks sind. Ein riesiger Asteroid bewegt sich durch das All auf die Erde zu - ein so genannter "Planetenkiller". Sein Einschlag würde das Ende der Welt bedeuten, wie wir sie heute kennen. Nach seiner Entdeckung macht man sich vor allem bei der NASA Gedanken darüber, wie man das Unglück abwenden könnte. Der Plan ist mit zwei Shuttlen auf dem Himmelskörper zu landen, ein 250 Meter tiefes Loch zu bohren, in diesem einen Nuklearsprengsatz zu deponieren, um auf diese Weise den Asteroiden von innen heraus zu sprengen. Für die Bohrung braucht die NASA die besten Bohrspezialisten der Welt und findet diese in dem Team des Ölbohrspezialisten Harry Stamper. Der besteht aber darauf, dass er und seine Leute die NASA-Piloten bei ihrem Flug begleiten. Angesichts des ungehobelten Haufens haben insbesondere die Militärs ihre Bedenken, aber am Ende bleibt ihnen keine andere Wahl, als diesen Männern die Rettung der Erde anzuvertrauen.
Diese Rettung entwickelt sich recht schnell zu einer spannungsgeladenen (zwischenzeitlich aber auch lustigen) Geschichte, die dem Zuschauer kaum Zeit zum Luftholen lässt - insbesondere wenn es nach der Mondumrundung um die Landung auf dem Asteroiden geht. Andererseits hat der Film aber auch noch die Zeit zum einen eine etwas schwierige Vater-Tochter-Beziehung (Harry Stamper und seine Tochter Grace), zum anderen die Liebe dieser Tochter zum besten Mitarbeiter Stampers A.J. Frost zu schildern. Zusätzliche Komplikationen und die eingangs beschriebenen rührseligen Momente sind damit vorprogrammiert.
Regisseur Michael Bay ist ein Spezialist für actionreiche Geschichte und man sieht dem Film an, dass es ihm Spaß gemacht haben muss, nahezu die Welt in die Luft zu sprengen bzw. diese noch spektakulärer zu retten. Aber auch die Schauspieler verstehen es mit Spielfreude zu überzeugen - allen voran natürlich Bruce Willis, der das knurrig-humorige seines Charakters aus den "Stirb langsam - Filmen" zum Teil in die Handlung mit einfließen lässt. Ich bin bei Leibe kein Fan von Ben Affleck, finde aber seine Darbietung des Widerparts von Harry Stamper (A.J. Frost) gelungen. Ähnliches trifft auch auf Liv Tyler zu, wobei ihre Aufgabe durch das Drehbuch/die Rolle vor allem auf Tränen vergießen und Mitfiebern beschränkt ist - eine noch stärkere Frauenrolle hätte dem Film sicherlich gut angestanden. Die Nebenrollen sind ebenfalls hochkarätig besetzt.
Der bekannteste Song aus dem gelungenen und empfehlenswerten Soundtrack stammt von der Gruppe Aerosmith, deren Leadsänger bekanntlich der Vater von Liv Tyler ist. Die Effekte sind überzeugend und tragen dazu bei, dass man am Ende des Films erst einmal aufatmen muss... und sich die ein oder andere Träne aus dem Auge wischt.