Review

Intro:

Get Carter ist das düstere Remake des Films " Jack rechnet ab " von 1971 mit Michael Caine. Dieser hat auch hier eine Nebenrolle bekommen. Obwohl ich schon oft über Stephen Kay als Regisseur geschunden habe, kein Wunder bei dem grottenschlechten " Boogeyman ", zeigt er hier, dass er auch anders kann. Obwohl er es mit den Stilmitteln maßlos übertreibt, hat er den Film voll im Griff. Das Budget war leider nur mittelmäßig, hat aber für die Umsetzung gut gereicht. Man sieht dem Get Carter an, dass man sich nicht in der B-Film Liga bewegt.

Inhalt:

Jack Carter ist ein knallharter Schuldeneintreiber. Doch als er die Nachricht bekommt sein Bruder wäre tot, reist er sofort zu seiner Familie. Dort muss er sich erst einmal mit Familienproblemen auseinandersetzen mit seiner Schwägerin Gloria und Nichte Doreen. Jack glaubt nicht an den Unfalltod seines Bruders und beginnt zu ermitteln. Nach und nach deckt er die grausame Wahrheit auf und merkt dass nicht nur sein ehemaliger Feind Cyrus Paice in die Sache verwickelt ist. Zu guter letzt bekommt er von seinem Boss noch ein paar Killer auf den Hals gehetzt. Also macht Jack das was er am besten kann. Hart durchgreifen.

Allgemein:

In den 80er Jahren war Stallone ein Garant für Kassenknüller, was sich leider in den 90er Jahren gravierend geändert hat, obwohl er dort immer noch einige sehr gute Movies ablieferte. Eines davon war " Get Carter ". Doch auch hier hielt sich der Erfolg leider in Grenzen. Dabei ist " Get Carter " wirklich ein sehr gutes Filmchen, dem ich den Erfolg wirklich gegönnt hätte. Manko, ganz klar sind die übertriebenen Stilmittel, in dosierter Menge ist das in Ordnung, doch hier werden sie zu sehr eingesetzt. Stephen Kay hat sich zu sehr in seinen eigenen Stil verliebt und nimmt keinerlei Rücksicht auf das Publikum. Gott sei dank ist das die einzige Schwäche des Films.

Ansonsten bekommt man eine durchaus solide und wendungsreiche Rachestory geboten, die nie auf der Strecke bleibt. Es sind durchaus einige Wendungen und Überraschunge drin, welche man auch als Filmfreak nicht vorhersehen kann. Dazu der trockene Humor, der coole Carter und eine gehörige Portion Action. Diese wird immer sehr kurz gehalten, ist aber hart anzusehen und gut im Film verteilt. Vor allem die Verfolgungsjagden sind toll inszeniert. Der Hauptteil machen natürlich Keilereien aus und da darf Jack wirklich oft hinlangen.

Kulisse, Sound:

Der Film ist allgemein sehr trist und traurig. Der Himmel ist immer bewölkt, es regnet ständig und es hängt eine ständige Trauerstimmung in der Familie. Passt wirklich perfekt zu diesem Film.
An Musik wird einem hier alles geboten. Vor allem die Titelmusik ist klasse. In Kneipen bekommt man Techno geboten, gute Actionsounds wenn was passiert und sonst eher tragische Musik und ab und zu sogar etwas Klassik. Untermalt den Film perfekt.

Schauspieler:

So viel Emotionen ist man von Sylvester Stallone gar nicht gewöhnt. Obwohl er kein Edelmime ist, kommt er hier sehr glaubwürdig herüber. Die Rolle ist einfach perfekt für ihn, knallhart, aber mit weichem Kern. In einer Szene kann man sogar Tränen bei ihm erkennen und das wirkt nicht mal lächerlich. Sein Aussehen hier ist gewöhnungsbedürftig mit Bart und den Haaren, passt aber irgendwie zu ihm. Vor allem seine trockenen Sprüche können echt amüsieren.
Schön auch mal wieder Mickey Rourke zu sehen, hier als Cyrus Paice. Wie gewohnt gibt er einen coolen, dominanten Gegner ab und man wird natürlich mit einer Prügelei zwischen den Beiden belohnt.
Rachel Leigh Cook mimt die junge Doreen, welche ihrem Onkel Jack immer näher kommt und welche ein Geheimnis verbirgt. Und sie zeigt hier, dass sie nicht nur in Komödien überzeugen kann.
Auch Michael Caine welcher im Orginal den Jack spielte ist hier in einer Nebenrolle zu begutachten, natürlich auch als Fiesling, diese Rolle steht ihm auch im Alter noch.
Die Darsteller sind allesamt sehr gut und glaubwürdig und sie bekommen auch alle viel Platz im Film um sich auch zu entwickeln.

Fazit:

Harter, trister Actionthriller mit einem coolen und perfekt agierendem Stallone. Solide Story und gute Action nur der zu hohe Stilmitteleinsatz nervt. Ansonsten eine echt gute Arbeit mit tollen Sounds und bedrückender Atmosphäre.

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