Alternder Actionstar bessert seine Rentenkasse auf...
Der Schuldeneintreiber Jack Carter (Sylvester Stallone, „Rambo", „Rocky") reist zur Beerdigung seines Bruders an, der scheinbar bei einem Autounfall ums Leben kam.
Jacks Schwägerin Gloria (Miranda Richardson, „Sleepy Hollow") ist wenig begeistert darüber, dass der ungebetene Gast beginnt, Nachforschungen zum Tode ihres Gatten anzustellen und auch Nichte Doreen (Rachel Leigh Cook, „Abgezockt!") steht ihm zunächst ablehnend gegenüber.
Doch Jack, dem immer mehr Zweifel kommen, ob der vermeintliche Unfall nicht ein brutaler Mord war, gibt nicht so schnell auf: mit Gewalt besorgt er sich Informationen, deckt einen Mordkomplott auf und zieht die Schuldigen zur Rechenschaft...
„Get Carter" ist das Remake des Gangsterfilms „Jack rechnet ab" (1971) mit Michael Caine ("Batman Begins") der hier eine Nebenrolle übernahm.
Doch leider stimmt hier so gut wie gar nichts: Die Story ist so dünn, dass sie nur mit Mühe auf eine Laufzeit von 99 Minuten „aufgeblasen" werden konnte, es gibt viel Leerlauf und Spannung will sich nicht wirklich einstellen.
Stattdessen setzte man auf „emotionsgetränkte" Szenen zwischen Jack und seiner pubertierenden Nichte, die aber nicht so wirklich in den Film passen wollen.
Actionszenen sind kaum vorhanden und wenn, dann sind sie völlig unblutig - ein wenig Härte und der richtige „Rumms" hätten dem Film sicherlich gut getan.
Nervig ist auch das ewige Rumexperimentieren mit verschieden filmischen Mitteln wie Zeitraffer, Slow-Motion und der total daneben gegangene Versuch, die Kamera möglichst „kreativ" (im Sinne von sinnlos) einzusetzen.
Die Musikuntermalung (ein Mix aus diversen Stilrichtungen, von Klassik bis Techno) geht in Ordnung, ist allerdings nichts Besonderes.
Auch die Schauspieler machen ihre Arbeit ganz gut, allerdings sticht niemand heraus.
Besonders traurig ist das bei Sylvester Stallone, der ziemlich ausgebrannt wirkt und wirklich schon bessere Tage gesehen hat. Sein Spiel ist zwar kein sprichwörtlicher „Schuss in den Ofen" aber verglichen mit früheren Werken sehr enttäuschend. Warum er diese Rolle angenommen hat, wissen wohl nur er und sein Finanzberater...
Fazit: Weder technisch noch inszenatorisch überzeugendes Remake, das eigentlich keiner braucht. Nur für Stallone-Komplettisten, denen es nichts ausmacht, Sly in einer solchen Verfassung sehen zu müssen!