Stallone in einem Film, der von den Kritikern verrissen wurde, und an den Kinokassen ein Flop war? Na das kann ja toll werden. Aber weit gefehlt, der Film ist einer von Stallones besten Filmen seit langem, die Story weis zu gefallen und auch die anderen Darsteller sind durchweg gut.
Story:
Jack Carter ( Stallone ) arbeitet als Schuldeneintreiber und Killer für ein Casino in Vegas. Er ist knallhart und gnadenlos. Als sein Bruder, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte bei einem vermeintlichen Autounfall stirbt, kehrt er zur Beerdigung in die Kleinstadt zurück. Dort trifft er nicht nur die Frau seines Bruders (Miranda Richardson) und deren Tochter (Rachel Leigh Cook) sondern auch die lokale Gangsterszenen (u.a. Michael Caine und Mickey Rourke) mit der sein Bruder Geschäfte laufen hatte. Und so dauert es nicht lange bis Carter sich einige neue Feinde gemacht hat....
Der Film baut aus dieser eigentlich simplen Rachestory eine verzwickte Geschichte, die sich irgendwo zwischen Familiendrama und knallharter Ein-mann-gegen-malle Show abspielt. Die Charaktere sind alle erstaunlich glaubwürdig und haben auch eine bei Actionfilmen nicht zu erwartende Tiefe. Die Story bleibt zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und logisch, und bietet reichlich Spannung.
Stallone ist die Coolness in Person, so hart und gnadenlos hat man ihn lange nicht mehr gesehen. Das er die Figur des Carter dabei nicht in reine Action Stumpfsinn Abgründe fallen lässt, zeigt das er mit Copland doch keine Eintagsfliege gelandet hat. Auch Mickey Rourke ist einmal mehr der genial fiese und harte Gangster, als den man ihn in den letzten Jahren neu entdeckt hat. Rachel Leigh Cook, die als Franks Nicht eine nicht zu kleine Rolle spielt sieht süß wie eh und je aus und kann im Schatten der knallharten Männer durchaus überzeugen. Michael Caines Rolle hat man wohl eher als Hommage an seine Rolle des Carter im Original eingebaut, denn viel zu tun hat er nicht.
Man sollte übrigens nicht den Fehler machen und den Film mit dem Original vergleichen, denn außer den Grundzügen der Story sind die Ähnlichkeiten doch sehr gering.
Optisch hat der Film einiges zu bieten: Schelle Schnitte, außergewöhnliche Kamerawinkel, Zeitlupen und Zeitraffer Effekte und noch einiges mehr. Auch der sehr kalte und harte Stil der Bilder passt zur Story und sorgt für eine passende Atmosphäre. Der Gewaltanteil ist eher gering, was aber nicht weiter stört, da sich die Story auch ohne übermäßigen Einsatz von Gewalt gut entwickelt.
Fazit:
Sicher kein Meisterwerk des Actionfilms, aber immer noch besser als viele andere Produktionen der letzten Jahre, deshalb 6 von 10 Punkten