Wie manche Darsteller runterkommen, ist schon traurig.
Was aber aus Sylvester Stallone geworden ist, ist geradezu eine Katastrophe.
Zu berichten gibt es schon seit einem halben Jahrzehnt nur noch Fürchterliches und dabei ist man ja durchaus gewillt anzuerkennen, dass die Actionzeiten vorbei sind. Aber ein paar passable Krimis sollten noch drin sein.
„Get Carter“, das absolut überflüssige Remake eines Michael-Caine-Hitman-Klassikers aus den frühen 70ern ist jedoch das genaue Gegenteil. Kaum in der Lage, die normalen 90 Minuten halbwegs voll zu bekommen, mäandert die Story ziellos um seinen Hauptcharakter, einen Schläger (ev. Killer), der den seltsamen Tod seines Bruders klären will. Der Plot, der hinter des Bruders Tod steckt, reicht nicht mal aus, um eine normale Serienfolge zu füllen und so wird Stallones Carter dann auch ereignislos von einem Verdächtigen zum nächsten weitergereicht, ohne dass die Geschichte Fortschritte machen würde.
Zwischendurch bekommt man reichlich „gefühlvolle“ Szenen zwischen ihm und der Teenagertochter seines Bruders zu sehen, die am Rande in die Angelegenheit verwickelt ist und später zur Motivation für den Gegenschlag wird.
Was mit der nötigen Härte vielleicht noch zu ertragen gewesen wäre (Van-Damme-Territorium also), kommt mit so wenig Action und Schießereien aus, dass es schier zum Weinen ist. Es passiert fast nichts, mal ein Schlag oder eine Miniprügelei, aber das war es auch schon.
Und wenn es mal zur Sache geht, steht die Kamera am falschen Platz (gewollt kreative Blickwinkel, die nichts bringen), wird Zeitlupe eingesetzt, wo keine benötigt wird oder das Entscheidende wird ausgeblendet.
Da passt es ins Bild, dass sich etwa Mickey Rourke als einer der Schurken auch mal wieder lustlos durch seine Post-Boxer-Phase hampelt. Er sieht eh immer nur wie ein schmieriger Zuhälter aus (was er hier wohl auch ist).
Dass sich Caine für ein erweiterte Cameo zur Verfügung gestellt hat, ist ebenso traurig, wie es den schauspielerischen Abstand zwischen ihm und allen anderen „Beteiligten“ darstellt. Stallone jedenfalls sieht müde und aufgedunsen aus und darüber hinaus fast immer höchst angepisst, als müsste er nur seinen Vertrag erfüllen. Um es kurz und schmerzlos zu machen: der Film ist Schrott. (2/10)