Review

Eine unvergessliche Zugfahrt


Direkt an die glorreiche und wie eine Bombe eingeschlagene erste Staffel von „Demon Slayer“ schickt der erste Kinofilm des Animephänomens unsere drei angehenden Dämonenjäger auf eine höllische Zugfahrt voller Gefahren, tückischer Träume und fieser Gegner - und so wurde „Mugen Train“ zum erfolgreichsten Animefilm aller Zeiten und löste einen bis dato ungeahnten Hype aus… völlig verdient und verständlich! 

„Demon Slayer: Mugen Train“ ist ein Event. Es ist die Sahne plus drei Kirschen auf der fetten Torte namens erste Staffel. Natürlich ist das im Grunde nur der erste echte „Bosskampf“, um es mal in Videospielsprache zu sagen - doch wenn der es schon derart in sich hat, wo soll das noch hingehen und enden? Wieso sollte ich noch Bewertungsluft nach oben lassen, wenn das hier schon nahezu alles in Sachen Erwachsenenanimation toppt?! Natürlich hat der objektiveren Kritiker in mir auch an „Mugen Train“ hier und da etwas auszusetzen. So ist der Film für Neueinsteiger eher nichts, einige Nebenfiguren kommen kurz und die Figurenentwicklung ist trotz einschneidender Ereignisse nicht allzu deutlich. Plus im ersten Drittel gibt’s schon ein paar sich minimal ziehende Stellen. Und dennoch ist man am Ende orkanartig weggeblasen und euphorisiert in den Kinosessel gedrückt. Mit breitem Grinsen, Pipi in den Augen und massiv Bock auf mehr. Viel mehr.

„Mugen Train“ hat einen episch-pushenden Score, der im Kino nochmal deutlich macht, warum auf Lichtspielhäuser und Gruppengucken nicht verzichtet werden kann. Es gibt Jubelmomente, WTF?!-Situationen und Weinanfälle. Die Witze sitzen, der Horror kriecht einem den Rücken hinauf, die Zeichenqualität (kombiniert mit und unterstützt von sehr guten computergenerierten Effekten) ist der Animespitzenreiter momentan. Manchmal wirkt das fast fotorealistisch. Man liebt die Figuren, sogar Zenitsu wurde schön gedimmt. Rengoku ist wohl allein durch diesen einen Auftritt einer der größten Badasse der Animegeschichte. Der lovecraft'sche Zugdämon hat es in sich. Beim letzten Viertel bleibt einem die Spucke weg. Das ist poetisch, brutal, emotional, lustig, unterhaltsam, wunderschön. Superlative lasst jucken. Inosuke ist eh King und stiehlt hier fast allen die Show. „Dragonball Z“ trifft „Ninja Scroll“. Ich könnte mich mit Lob noch Stunden weiter überschlagen. Aber ich verbleibe einfach so: GUCKEN! 

Fazit: da muss man keine Zeit vergehen, kein Spiel lassen, kein Haar in der Suppe suchen und sollte einfach nur genießen - „Mugen Train“ setzt der schon grandiosen Serie die Krone auf und ist ein sofortiger Animeklassiker! 

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