Review
von Frostbeule
Einer völlig liebestrunkenen junge Dame, die verrückt nach ihrem Verlobten ist, wird der Traumprinz kurzerhand von der besten, superreichen Freundin (Gal Gadot) ausgespannt. Fortan terrorisiert die sitzen gelassene, entsorgte Ex, so oft sie nur kann das neue Paar, in dem sie dieses auf Schritt und Tritt verfolgt und in ihren persönlichsten Momenten auftaucht. Selbst als sie beschließen mit Freunden, Geschäftspartnern und Verwandten eine Nilfahrt zu unternehmen, gelingt es der Verlassenen an Bord zu kommen. Die Charaktere sind sehr schön portraitiert. Die Landschaften, Kullisen und Atmosphäre sind überwiegend nicht authentisch, aber dafür sehr schön und bunt anzusehen. Unbegreiflich ist, warum die Einmischerin nicht einfach von Bord gewiesen und gewaltsam entfernt wird. Warum wird dieser erlaubt an der privaten Reise Teil zu haben? Antonio Banderas sticht hier als eitler, scharfsinniger Meister-Detektiv heraus. An Bord geschehen einige Morde, welcher dieser dann nach und nach aufzuklären versucht. Die Auflösung am Ende ist klug durchdachtes Storywerk. Der ganze Film zielt darauf ab, verschiedene Persönlichkeiten darzustellen und den Zuschauer rätseln zu lassen, welche noch nicht beleuchteten Seiten bei diesen wohl noch zum Vorschein kommen werden. Es ist ein Krimi-Spielfilm, der erst in der zweiten Hälfte richtig Fahrt aufnimmt. Der Vorspann war etwas unnötig, wurde aber wohl eingefügt, um nicht direkt in die Szenerie des Nils hineinzustolpern.
Fazit: Passabler Krimi, der gegen Ende des ersten Weltkrieges spielt. Es dreht sich alles um die wahren Absichten der Reisegäste und mögliche Motive eines jeden für einen Mord. Kann man sich ansehen. Erinnert ein wenig an Klassiker wie Miss Marple, Sherlock Holmes oder Columbo. (6/10)