Bei einigen, international angesagten Bands musste man selbst bei Live-Auftritten in Deutschland oft kilometerweite Anreisen in Kauf nehmen, - anderswo, etwa in Teilen Südamerikas ließen sich manche Musiker fast nie blicken. Entsprechend zelebriert Regiedebütant Mauricio Leiva-Cock ein Großereignis aus Sicht zweier junger Musikfans.
Bogota, Kolumbien: Chuki und Vargas sind zwei jugendliche Metalheads, die dem Konzert ihrer Lieblingsband Iron Maiden entgegenfiebern. Doch kurz vor dem Event werden ihnen die Konzertkarten gestohlen. Am Abend des Auftritts setzen sie alles daran, doch noch in den Zuschauerbereich zu gelangen…
Für junge, musikinteressierte Menschen gab es immer diesen einen Tag der Tage, an dem sich alles auf die Musik und das anstehende Konzert konzentrierte und durchschnittliche Alltagsprobleme komplett in den Hintergrund rücken ließ. Insofern sind die beiden Hauptfiguren Sympathieträger, deren Begeisterung trotz kleiner Querelen in Beschlag nehmen kann, denn wie immer verbindet das gemeinsame Interesse und vermag eine Freundschaft enger zusammenzuschweißen.
Nur ist der Umstand des Entgegenfieberns etwas zu wenig für einen abendfüllenden Spielfilm. Das Drumherum bietet eher wenig und wird im Grunde nur vom gelungenen Zusammenspiel der Protagonisten zusammengehalten. Soziale und gesellschaftliche Probleme wie Kriminalität, Korruption, Finanznot und kritische Familiensituationen werden zwar angerissen, doch nie vertieft.
Auch der Humorfaktor bleibt überschaubar. Speziell zu Beginn erweitern gekritzelte Animationen die eine oder andere Szenerie, was in Form eines kurzfristig umgedrehten Kreuzes noch einigermaßen amüsant erscheint. Doch der Effekt ermüdet rasch. Immerhin gibt es noch eine sympathische Anekdote eines Plattenverkäufers über verpasste Chancen bei einem Event in Rio, was sich schließlich in der Gegenwart zu wiederholen droht. Ansonsten dümpelt der Stoff ohne Höhepunkte vor sich hin, bevor gegen Ende ein wenig Konzertatmosphäre aufkommt, obgleich vom eigentlichen Auftritt allenfalls Fragmente auszumachen sind. Stattdessen gibt es einige Archivaufnahmen, welche teilweise etwas verwackelt und undeutlich sind.
Musikalisch wird eine ordentliche Palette zwischen Iron Maiden, Vein, Masacre, Kraken, Morgue und Las Poker geboten, für die man natürlich in gewisser Hinsicht empfänglich sein sollte. Der Titel dürfte sich indes auf Maidens Album „Number of the Beast“ beziehen, wobei die Ausstattung mit einigen morbiden Gimmicks durchaus dem allgemeinen Artwork der Band nahe kommt, einschließlich der typischen Schrift. Auf technischer Ebene ist erstaunlich, dass in Kolumbien noch mit Kassetten aufgenommen und der klassische Walkman benutzt wird. Zumindest im Fall der Hauptfiguren.
Schwierige Angelegenheit. Als Hommage an die vermeintlich beste Band der Welt mag das Teil bei entsprechendem Geschmack funktionieren, doch inhaltlich bleibt es dünn, selten lustig und noch weniger spannend. Da der Abspann bereits nach 64 Minuten einsetzt, entstehen zumindest keine Längen, die sympathischen Musikfreunde füllen das Ding einigermaßen mit Leben, doch abseits der netten Grundidee will der Funke nicht so recht überspringen.
4,5 von 10