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Ein weiterer Filmbeitrag, der seiner Zeit rund zwanzig Jahre hinterher hinkt, ist die dritte Regiearbeit des Spaniers Kiké Maíllo („Toro- Pfad der Vergeltung“). Der mit Mindfuck-Ambitionen gespickte Psychothriller formuliert ab einem bestimmten Zeitpunkt deutlich zuviel aus, um den Spannungslevel konstant aufrecht zu erhalten.

Scheinbar zufällig steigt die Holländerin Texel Textor (Athena Strates) ins Taxi des Star-Architekten Angust (Tomasz Kot), welches sich auf den Weg zum Pariser Flughafen befindet, welchen er mit entwarf. Die aufdringliche junge Frau konfrontiert ihn mit Episoden aus ihrer Kindheit, die stets bedrohlichere Züge annehmen…

Das kammerspielartige Stück wartet nicht gerade mit Sympathiebolzen auf: Sie ist in ihrem Redefluss geradezu penetrant und nervig, er wirkt stets ein wenig arrogant und desinteressiert. Jedoch punktet die Ausgangssituation der ungleichen Kontrahenten, der etwas unterschwellig bedrohliches anhaftet und welche zusehends in einem herausfordernden Konflikt mündet.

Die jeweiligen Anekdoten, die als ekelig, gespenstisch und von Liebe handelnd instruiert werden, sind immerhin stilvoll verpackt, wobei einige leicht provokante Momente für die Auflösung rein gar nicht von Belang sind. Jedoch arbeitet die Kamera mit einigen recht ästhetischen Einstellungen, etwa auf dem Friedhof von Montmartre oder hinsichtlich eines Models des Flughafengebäudes. Obgleich der Score in manchen Szenen leicht drüber ist, finden sich durchaus ansprechend arrangierte Phasen.

Leider wird zu häufig ausgesprochen, was die Bilder allein bereits verraten und diverse Wendungen fallen demnach nur allzu erahnbar aus. Hinweise sind schlicht zu deutlich, so dass der ausbleibende Thrill zunehmend zum Problem wird und die Auflösung keineswegs überraschend ausfällt.
So bleibt am Ende eine zunächst interessante, jedoch zu offensichtlich gestrickte Geschichte, die zwar okay performt und handwerklich passabel ausgetragen wird, die jedoch den großen Knalleffekt deutlich vermissen lässt.
5,5 von 10

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